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Die Anwesenheit Napoleons I. in Düsseldorf im Jahre 1811 : hierzu die Kunstbeilage: Einzug Napoleons in die Stadt Düsseldorf
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32 Vorstellungscour und Sitzungen.

Zuletzt kam noch die Rede auf das wilde Pferde-Gestüt im Duisburger Walde. Beugnot fand sich auchhierbei genöthigt, dem Kaiser zu opponiren.*)

Die Sitzung hatte sich verlängert und die zur Staats-rathssitzung bestimmte Stunde bereits geschlagen.

Napoleon liess sich durch solche Sitzungen nichtermüden.**) Mit gleicher Frische und Kraft verhandelteer jetzt mit den Staatsräthen und nöthigte durch diesouveräne Beherrschung des Stoffs dem Herrn von Fuch-sius das Geständniss zu Beugnot ab:Ich habe viel überden Kaiser gelesen und gehört, aber ich kannte ihn dochnoch nicht, er ist mehr als ein Mensch.***)

Es ist bedauerlich, dass uns kein Protokoll dieserStaatsrathssitzungf) erhalten ist; auch Beugnot lässt unshierbei völlig im Stich, da er den Kaiser nicht in diaSitzung begleitete. Wir dürfen jedoch annehmen, dassNapoleon vornehmlich die Gegenstände zur Sprachegebracht haben wird, die er am vorhergehenden Abendsich notirt und noch nicht im Verwaltungsrath erledigthatte.

Vor allem wird die Berathung der Neuorgani-sation des Staatsraths gegolten haben. Napoleonhielt den augenblicklich bestehenden für keinen in seinemSinne. Der neu zu schaffende Staatsrath sollte höchsterRichter, Gesetzausleger und Rechnungs-Revisor sein.

*) Im 12. Capitel des I. Buches seiner Memoiren giebt Beug-not eine höchst anschauliche und interessante Schilderung diesessogenannten Gestüts (haras sauvage) und führt dabei aus, dass dieseEinrichtung in eine vergangene Zeit gehöre und für den Fort-schritt der Cultur nur hemmend sei. Napoleon habe jedoch einegewisse Vorliebe dafür gehabt, weil er einmal etwas ähnliches inPolen gesehen habe. Uebrigens theilte auch Nesselrode hierin dieAnsicht Beugnots; noch kürzlich hatte er dem Kaiser ausführlichenBericht über das Gestüt erstattet und darauf angetragen, es ein-gehen zu lassen. (Borcke an den Maire zu Ratingen 3. Okt. 1811.)Aber erst unter dem General-Gouvernement hat man es endgültigbeseitigt.

**) Vgl. Taine 1. c. S. 19 f.Oft hält er die Mitglieder des.Staatsraths von neun Uhr Abends bis fünf Uhr Morgens in Saint-Cloud zurück, gönnt ihnen nicht mehr als eine viertelstündigePause, und scheint am Schlüsse der Berathung nicht abgespannterzu sein, als am Anfang" schrieb Roederer.

***) Beugnot hatte in seiner Verstimmung über die vorange-gangene Sitzung darauf erwidert:Ganz Ihrer Ansicht; es ist einTeufel." Diese Aeusserung- war dem Kaiser zu Ohren gekommen,hatte ihn aber garnicht verletzt, sondern ihm nur die Bemerkungentlockt:Er hat wirklich recht, ich habe ihn den ganzen Morgen,auf Kohlen sitzen lassen."

t) Mitglieder des Staatsraths waren damals: v. Fuchsius(Präsident), Ark, Bislinger, Damas, Du Preuil, Hazzi, Jacobi, Linden,.1 von Rappard, Geheimrath Sethe.