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Kaiser durch das genaue Studium der Situationsetats desSchatzes gemerkt hatte und nun tadelte. Beugnot führteals Beispiel an, er habe doch, als es sich darum gehan-delt habe, auf der Stelle ein Infanterie-Regiment nachSpanien zu senden, dasselbe nicht etwa ohne Geld fort-schicken können. Da hätte ja doch seine Verantwortlich-keit noch mehr auf dem Spiele gestanden.
Die Ausführungen Beugnots fanden bei den An-wesenden beifälliges Gemurmel. Nur der Kaiser wollteeben nichts davon wissen. Es ist sicher, dass er Beugnotdie schwersten Vorwürfe gemacht haben würde, wenn erz. B. jenes Regiment nicht hätte marschiren lassen —es w r äre ja damit ein Rädchen in dem grossen Uhrwerk,dessen Gang Napoleon immer im Kopfe hatte, ins Stockengekommen. Jetzt aber gefiel es ihm eben, die andereSeite vorzukehren, und so wetterte er aufs neue auf denunglücklichen Beugnot: „Das ist ja alles sehr schön, esgiebt eben nichts, was sich durch die Notwendigkeitnicht rechtfertigen Hesse, besonders wenn man sich einUrtheil über diese Nothwendigkeit anmasst. Ich bleibebei Ihrem Beispiel: wenn dies 2. Regiment nicht nachSpanien abgegangen wäre, hätte ich Ihnen dann vor-halten können, warum Sie nicht die Thüren zum Schatzerbrochen und einen Diebstahl begangen hätten, um esabmarschiren zu lassen? Die Vertheilungs-Ordonnanzen fürdas Grossherzogthum, wie für Frankreich haben keinenanderen Zw r eck, als den Schlüssel zum Staatsschatz inbeiden Ländern in meiner Tasche zu lassen. Wenn ich einenZahlungsbefehl gebe, so leihe ich diesen Schlüssel und mankann sich desselben in rechtmässigerweise bedienen. Habeich ihn aber nicht geliehen, so giebt es kein anderesMittel, in den Schatz zu gelangen, als durch Einbruch,und wenn man einbricht, um Geld zu holen, wie nenntman das? Es würde sich schön ausnehmen, wenn dieMinister in Frankreich und Italien sich auf den Staats-schatz stürzen würden, wie es hier geschieht und wennJeder auf seine Weise sich Credit machen könnte! Eswäre schlimmer als der Thurm zu Babel!"
Dieser Kraftleistung folgten natürlich Zeichen desBeifalls, über die Beugnot, wie er angiebt, sich nichtärgerte, weil er zu bewegt war.
Man kam auf das Ressort des Ministers des Innernzu sprechen. Der Kaiser zeigte sich sehr wohlwollendund Hess ohne weiteres die Lobsprüche passiren, dieRoederer Nesselrodes Verwaltung zollte. „Und doch,"klagt Beugnot, „hatte er nichts gethan, ohne mich umRath zu fragen!"