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Die Anwesenheit Napoleons I. in Düsseldorf im Jahre 1811 : hierzu die Kunstbeilage: Einzug Napoleons in die Stadt Düsseldorf
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Napoleon in Duisburg. 21

Der Maire konnte es bejahen; und nun ging es durchden Triumphbogen in die Stadt hinein und zum Saal amBöningerschen Hause, wo das Frühstück hergerichtet war.Der Kaiser richtete an den Maire verschiedene Fragenund liess dann durch ihn die Professoren Günther, Grimmund Carstanjen rufen. Ersterer legte dem Kaiser dieHuldigung der Universität zu Füssen, hielt dabei aberauch nicht mit Wünschen zurück. In längerer, wohlüber-legter Rede führte er aus, wie die Universität durch dieletzten politischen Ereignisse mehrere Glieder verlorenhabe, wie diese Lehrstühle vacant geblieben und die nochvorhandenen Lehrkräfte nicht in der Lage seien wiefrüher das zu leisten, was man von einer Universitätverlangen könne.Der Schutz, den Ew. Majestät so vielenwissenschaftlichen Instituten haben angedeihen lassen über-all da, wohin Ihre Waffen den Sieg getragen haben, ver-leiht uns den Muth, ehrfurchtsvoll zu bitten, Ew. Majestätmöge auf Ihre Universität einen väterlichen Blick werfenund sie wieder in den alten Stand setzen lassen durchBerufung neuer Kräfte auf die vacanten Lehrstühle."*)

Wir wissen nicht, in welcher Weise Napoleon daraufgeantwortet hat. Er hatte jedenfalls ganz andere Pläneund dachte durchaus nicht daran, die Wünsche des HerrnProfessors Günther zu erfüllen. Von seinen Absichtenwerden wir noch zu reden haben.

Bei der Abreise von Duisburg musste der Kaiser nocheine Rede des Pfarrers Spiess über sich ergehen lassen.Wiralle, ohne Unterschied der Confession, predigen die göttlicheReligion, welche dem Menschengeschlecht grosse Souveräneund treue Unterthanen giebt. In Ihrer geheiligten Personbeten wir alle den erhabenen Beschützer der Gewissens-freiheit an, indem wir Gott bitten, Ihr kostbares Lebenzum Glücke Europas zu erhalten."

Nach dieser gründlichen Beweihräucherung konnteder kaiserliche Zug ungehindert durch weitere Redenseinem Ziele, Düsseldorf, zueilen.

Hier herrschte begreiflicherweise grosse Aufregung;sebon am Abend des 1. November war der Kaiser er-wartet worden, wie ein an diesem Tage geschriebenerBefehl Nesselrodes beweist. Der Herzog von Bassano

*) Der Beigeordnete Wilms scheint von diesen Eeden garkeine Ahnung gehabt zu haben. Er schrieb in seinem Polizeibericht:Da es verboten war, demselben (dem Kaiser) irgend eine Bittevorzutragen, ward es unterlassen, sonst glaube ich nicht, dassHöchst-dieselben es ungnädig aufgenommen haben würden, wenn der HerrMaire, gebeten hätte, die Universität hier zu lassen und wieder zuihrem vorigen Flor zu bringen. Denn Höchstdieselben waren sehrgnädig.".