Ankunft der Kaiserin in Düsseldorf. Napoleon verlässt Wesel. 19
und Blumen entgegenzunehmen, deren Spenderin sie eineUhr überreichen liess.*)
Nachmittag 2 Uhr bereits trat' die Kaiserin unter demLäuten der Glocken und dem Donner der Kanonen vonder linken Rheinseite her in Düsseldorf ein. Sie wurdean der Schiffbrücke von den Mitgliedern der Präfektur,der Municipalität und Geistlichkeit empfangen und vonden reitenden Ehrengarden Düsseldorfs und Elberfeldssowie Abtheilungen polnischer und bergischer Lanciers,von Grenadieren zu Pferde und Gendarmerie nach demJägerhof geleitet. Im Hofgarten war das Militär unddie Bürger-Ehrengarde zu Fuss aufgestellt. Noch amNachmittag wurden die vornehmsten Civil- und Militär-behörden von der Kaiserin empfangen.
Von vier Damen war die Kaiserin auf der Reise be-gleitet, es waren: die Herzogin von Montebello (als daraed'honneur), die Gräfinnen Lauriston und Brignole (dames dupalais) und die Prinzessin Aldobrandini. Als Kammerherrenfungirten die Grafen von Bearn und Nicolai. Graf Beau-harnois, der Chevalier d'honneur, versah wohl einstweilendie Hofmarschalldienste.
Der Kaiser verweilte die Nacht vom 1. zum 2. No-vember noch in Wesel. Es würde uns zu weit führen,wollten wir hier noch der Anträge und Wünsche ausführ-licher gedenken, die ihm vom Maire**) sowohl als auchvon andern Seiten vorgelegt wurden. Nur das sei nocherwähnt, dass der Kaiser der Stadt ein Geschenk von6000 Francs zur Vertheilung an die Armen überweisen liess.
Um 7 Uhr früh brach Napoleon von Wesel auf, biszur Grenze des Cantons geleitet, von der Ehrengarde undder Municipalität. In unaussprechlicher Zufriedenheit undsüssem Taumel (wie der Maire sich in einem Bericht anden Unterpräfekten von Cleve ausdrückte) liess er seineUnterthanen zurück.
An dem bei der „Franze Kroon" aufgestellten Triumph-bogen nahmen ihn Beug not, Borcke und die Unter-präfekten des Rheindepartements***) sowie die Mäi'res der
*; Welche umfangreichen Vorbereitungen in Crefeld — nunfreilich ganz vergeblich — für den Empfang der Herrschaften ge-troffen worden waren, beschreibt Keussen, Geschichte der Stadtund Herrlichkeit Crefeld (Crefeld 1865) S. 442.
**) Wir behalten uns vor, an anderer Stelle, vielleicht im nächstenJahrbuch des Geschichts-Vereins, die Denkschrift mitzutheilen, welcheder Maire Westermann dem Kaiser vorgelegt hat, Sie hat in demAufsatz von Goecke über Napoleons Anwesenheit in Wesei (Zeit-schrift für preussische Geschichte Bd. XV) nur die flüchtigste Er-wähnung gefunden.
***) Freiherr von Sonsfeld (Essen), Schleicher (Elberfeld), Fett-messer (Mülheim). »
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