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Die Anwesenheit Napoleons I. in Düsseldorf im Jahre 1811 : hierzu die Kunstbeilage: Einzug Napoleons in die Stadt Düsseldorf
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18 Ankunft des Herrscherpaares im Gross'<erzogthum.

Während der Kaiser in Wesel verweilte, hatte sichseine Gemahlin (am 31. Oktober) nach Ossenberg begebenund dort im Burghause übernachtet.*) Von dem Besitzerdesselben, dem alten Baron von der Ruhr, war sie miteiner schlichten Ansprache empfangen worden, nachdemdem Herrn Unterpräfekt von Crefeld, Jordans, diewohlüberdachte Rede im Hals stecken geblieben war.Wie man sich erzählt, wäre die Kaiserin sehr stolz undunzugänglich gewesen und hätte von den Hauseigen-thümern der Burg kaum Notiz genommen.

Am 1. November früh begab sich die Kaiserin vonOssenberg nach Hochstrass, wo man in Eile einenTriumphbogen errichtet und mit Inschriften und Devisen dieHäuser geschmückt hatte. Der Maire von Mors, Herrvon Essen**), hatte drei Reden präparirt, um für alleFälle gerüstet zu sein, da man nicht wusste, ob der Kaiserkäme, oder die Kaiserin, oder beide zusammen. JungeMädchen hatten sich vorbereitet, die Kaiserin mit Blumenzu empfangen, und eine grosse Menschenmenge erwartetemit Ungeduld das Herannahen der Herrschaften.

Aber die meisten fänden sich sehr in ihren Erwar-tungen getäuscht, als die Kaiserin mit ihrem Gefolge um11 Uhr anrollte; alles ging so schnell vor sich, dass mankaum die Kaiserin zu sehen bekam, der Maire konnteseine Rede nicht halten, sondern nur das Concept über-reichen, und die jungen Mädchen mit ihren Blumen wurdendurch die Polizeiescorte am Darbringen dieser unschul-digen Huldigungen gehindert.***)

Kaum 5 Minuten verflossen und weiter' ging es nachUerdingen. Hier hielt sich die Kaiserin ein wenig auf,um die Messe zu hörenf), mit dem Maire zu sprechen

abhalten lassen, der Garde beizutreten, denn natürlich inussten diejungen Leute (meist aus den angesehensten Familien) sich selbstuniformiren. Nur die Pferde (Wallrappen) bekamen sie geliefert.Die Zusammenstellung der Uniform-war folgende: FranzösischerHut mit goldner Tresse, französische Kokarde und Cordon sowieweisser Federbusch, weisses Halstuch, blauer Tuchrock im Schnittder französischen Infanterie-Offiziere, mit scharlachrothem Kragenlind Aufschlägen, dazu goldne Epaulettes; am Kock vergoldeteKnöpfe mit dem französischen Adler. Ferner weisse Weste undweite Beinkleider von Tuch oder Caschmir, Souwarow-Stiefel mitgoldnen Tressen und Quasten, silberne Sporen, Säbel mit Porte-epöeund gelbe Lederhandschuhe.

*) Vgl. hierüber ß. Pick, die Anwesenheit Napoleon I. zuRheinberg im Jahre 1804 (Trier 1880) S. 13 Anm. 1.

*"*) Der Bericht desselben an den Unterpräfekten von Crefeldist von Pick (1. c.) wörtlich mitgetheilt worden.

***) l'escorte, qoi non seulement les a repoussees mais les aintimidees en cernant la voiture!

f) Der Pfarrer bekam dafür 50 Napoleousd'or.