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Die Anwesenheit Napoleons I. in Düsseldorf im Jahre 1811 : hierzu die Kunstbeilage: Einzug Napoleons in die Stadt Düsseldorf
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Empfangsvorbereitungen in Stadt und Land. < S)

schlecht verbundene Thüren, die der Kälte Zutritt ge-währten; verfallne Plafonds und Parquets und alte ver-schlissene Möbel.

Hierin gründlichen Wandel zu schaffen wagte er dochnicht aus Sparsamkeitsrücksichten; aber für die Aufnahmedes Kaisers liess er beträchtliche Summen draufgehen,über deren Deckung sich später zwischen Beugnot undRoederer lange Correspondenzen entsponnen haben.

Als das einzig geeignete Palais, die Majestäten auf-_zunehmen, musste der Jägerhof (damals immerVenerie"genannt) gelten.*) Roederer hatte dem Kaiser vorge-schlagen, in dem weit comfortableren Schlosse Benrathzu wohnen. Doch Napoleon entschied sich für Düssel-dorf. Und so wurde denn so schnell wie möglich derJägerhof in Stand gesetzt und das Mobiliar in passen-der Weise vermehrt. Die Kosten beliefen sich imGanzen auf 33,270 Francs.**) Für das Gefolge der Herr-scher wurde in der Stadt wie in Pempelfort Sorge ge-tragen.

Der Tag der Ankunft des Kaisers war merkwürdiger-weise gar nicht genau bestimmt worden.

Die Majestäten hatten am 19. September Compiegneverlassen, erreichten Antwerpen am 30. und reisten vonda weiter nach Amsterdam. Am 9. Oktober erhieltRoederer in Paris die Weisung, sich nach Düsseldorf zubegeben und dort alle Autoritäten des Grossherzogthumsa,uf den *? Oktober zu versammeln ein Tintenklexhatte die Zahl unleserlich gemacht, Roederer vermutheteaber den 18.; der Kaiser habe nämlich noch hinzugefügt,er hoffe sicher zwischen dem 15. und 20. in Düsseldorfzu sein. Roederer theilte diese wichtige Kunde natür-lich sogleich Beugnot mit und rechnete, selbst vor dem15. noch in Düsseldorf zu sein.

Vom 15. October an war also das Grossherzogthumund besonders Düsseldorf in gespanntester Erwartung.Napoleon wusste jedenfalls genau, wann er eintreffenkonnte; aber er liebte es augenscheinlich, alles in fieber-hafter Aufregung auf seinen Anblick warten zu lassen.Ob noch andere Gründe dabei mitspielten?

In Düsseldorf mag in jenen Tagen eine wahrhaft be-unruhigende Stimmung geherrscht haben; was musste

*) Der Jäge.rhof war 176066 erbaut worden und hatte meistdem Oberjägermeister zur Wohnung- gedient. (Vgl. MöllerZur ßau-geschichte Düsseldorfs" in der Geschichte der Stadt Düsseldorf S.380).

**) Wie viel trotz dieser Reparaturen noch zu wünschen übrigblieb und wie unzufrieden Napoleon mit seiner Wohnung war, wirdweiterhin noch erwähnt werden.