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Die Anwesenheit Napoleons I. in Düsseldorf im Jahre 1811 : hierzu die Kunstbeilage: Einzug Napoleons in die Stadt Düsseldorf
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Einleitendes. Erwarteter Besuch Napoleons im Jahre 1810. 3

Man wird diesen Männern das Zeugniss nicht ver-sagen können, dass sie straff, aber ohne Härte, ihre Pflichterfüllten; von Franzosenkriecherei kann bei Nesselrodewie bei Borcke nicht die Rede sein, wie schon der Um-stand beweist, dass sie sich selbst im amtlichen Ver-kehr fast nur der deutschen Sprache bedienten.

Es kann nicht die Aufgabe der Geschichtsschreibungsein, zu Gericht zu sitzen über mancherlei Sonderbar-keiten, die sich kundgaben in Zeiten, welchen wir längstentwachsen sind und in die wir uns nie ganz werdenversetzen können. *) Vielmehr muss der Historikersuchen, manches verständlich zu machen, was auf denersten Blick Befremden erregen kann. Gerade dasbergische Volk hatte seit Jahrhunderten bereits wenigGelegenheit gehabt, einen starken und unüberwindlichenPatriotismus in sich auszubilden. Gewiss verdankte es,und besonders die Hauptstadt Düsseldorf, seinen Fürstenviel; aber es war eben doch noch streitiges Land. Zudemhatte seit Johann Wilhelms Tod (1716) Düsseldorf auf-gehört wirkliche Residenz zu sein, und der Zusammen-hang mit der pfälzischen Dynastie blieb fortan ein loser.

Das staunenerregende Genie Napoleons, vor dessenThaten Throne in den Staub sanken, dessen starke Handden Dämon der Anarchie gebändigt hatte, war mit einemGlänze umgeben, der auch die klarsten Geister jenerZeit auf lange blendete. Es war keine Phrase: Napoleongalt denen, welche die Schrecken der Revolutionskriegedurchgemacht hatten, wirklich als der Hort des Friedens,als der Beglücker der Völker, dessen Weisheit man dieAufhebung längst überlebter drückender Institutionenund die Schöpfung eines allgemein gültigen Gesetzbuchesverdankte. Der Egoismus dieses Allgewaltigen hattesich eben noch nicht in seiner ganzen Nacktheit gezeigt.

Aber selbst von unserm Standpunkt aus, denendieser Egoismus klar zu Tage liegt, müssen wir gestehen,dass das bergische Land und Düsseldorf insbesondereGrund genug hat, dankbar die Wohlthaten jener fremd-herrlichen Regierung anzuerkennen. Denn nicht alleinBeseitigungen mittelalterlicher Einrichtungen, sonderndie Schöpfung neuer und segensreicher verdankt dasbergische Land dem grossen Kaiser. Und trotz derschweren Opfer hat das Volk dies auch nicht vergessen,wie die vielen in Stadt und Land verbreiteten BilderNapoleons, Erinnerungen und Anekdoten beweisen.

*) Goecke (Das Grossherzogthum Berg. Cöln 1877) ist allzu-sehr in diesen Fehler verfallen.