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Die Anwesenheit Napoleons I. in Düsseldorf im Jahre 1811 : hierzu die Kunstbeilage: Einzug Napoleons in die Stadt Düsseldorf
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2 Einleitendes. Erwarteter Besuch Napoleons im Jahre 1810.

war) zum Grossherzog von Berg und wusste dem Land diesals einen neuen Beweis seiner Huld darstellen zu lassen.

Es ist ersichtlich, dass mit dieser Veränderung demLande vorderhand wenig genützt wurde, und man hatdenn auch, ausser bei der nothwendigen offiziellen FeierjenesEreignisses", des kindlichen Herrschers kaum mein'gedacht und ihn auch nie zu sehen bekommen.

Die Verwaltung des Landes war ganz nach franzö-sischem Muster eingerichtet worden. Seit dem 14. No-vember 1808 gliederte sich das Grossherzogthum Berg in4 Departements (Rhein, Sieg, Ruhr, Ems), 12 Arrondisse-ments, 78 Cantone und 1706 Gemeinden. Die Departe-ments standen unter Präfekten, die Arrondissementswurden von Unterpräfekten verwaltet.

Düsseldorf blieb der Mittelpunkt für Verwaltung,Rechtspflege und Militärwesen, und der Sitz der Regierung.

Es war ein Glück für das bergische Land, dass diePersönlichkeiten, in deren Hand die Leitung der Regie-rung lag, befähigt waren, die Wünsche des Volkes zuverstehen, seine Bedürfnisse und Neigungen zu kennenund die Verwaltung mit Gerechtigkeit, Sachkenntniss undGewandtheit zu führen.

Der kaiserliche Commissär, Reichsgraf Jacques ClaudeBeugnot, der ehemalige Finanzminister Jerömes, (übri-gens ein gewandter Lateiner), befreundete sich bald mitden seiner Leitung anvertrauten Unterthanen und befolgtedas Prinzip, möglichst conservativ in der Reformation derVerwaltung vorzugehen. Er stand unter dem Minister-Staatssecretär Grafen Roederer (seit 24. September 1810),der jedoch nur selten das Grossherzogthum besuchte.

Neben Beugnot ist in erster Linie Karl Joseph GrafNesselrode-Reichenstein zum Stein, der frühereErbmarschall und Director der bergischen Landtags-Commission zu nennen, ein populärer, liebenswürdigerHerr und geschäftskundiger Beamter, der das Ministeriumdes Innern (einschliesslich Polizei, Justiz und Krieg) zuverwalten hatte.

Präfekt des Rheindepartements war in dem unsinteressirenden Zeitraum Graf Borcke, Erbkämmerer desHerzogthums Cleve, eine enthusiastische, eigenartige,vielleicht etwas bizarre Persönlichkeit, besonders inter-essirt für das Schulwesen, auf dessen Verbesserung erauch schriftstellerisch hinzuwirken suchte,*) nicht minderbegeistert für Astronomie und Malerei.

*) Ktirzgefasste Darstellung' der Mängel im Landschulwesendes Herzogthums Gleve. so wie die Mittel zu dessen Verbesserung.(Dortmund 18m