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selben, die sie lachend mitnahm, als sie ihn verliess. Der wirklicheName von George Sand ist Aurora Dudevant, wie ihr legitimer Gattegehiessen, der kein Mythos ist, wie man glauben sollte, sondern einleiblicher Edelmann aus der Provinz Berry und den ich selbst ein-mal das Vergnügen hatte mit eigenen Augen zu sehen. Ich sah ihnsogar bei seiner damals schon de facto geschiedenen Gattin in ihrerkleinen Wohnung auf dem Quai Voltaire und dass ich ihn eben dortsah, war an und für sich eine Merkwürdigkeit, ob welcher, wieOhamisso sagen würde, ich selbst mich für Geld sehen lassen könnte.Er trug ein nichtssagendes Philistergesicht und schien weder bösenoch roh zu sein, doch begriff ich sehr leicht, dass diese feuchtkühleTagtäglichkeit, dieser porzellanhafte Blick, diese monotonen, chine-sischen Pagodenbewegungen für ein banales Weibzimmer sehr amüsantsein konnten, jedoch einem tieferen Frauengemüte auf die Längesehr unheimlich werden und dasselbe endlich mit Schauder und Ent-setzen bis zum Davonlaufen erfüllen mussten.
Der Familienname der Sand ist Dupin. Sie ist die Tochtereines Mannes von geringem Stande, dessen Mutter die berühmte,aber jetzt vergessene Tänzerin Dupin gewesen. Diese Dupin solleine natürliche Tochter des Marschalls Moritz von Sachsen gewesensein, welcher selber zu den vielen hundert Hurenkindern gehörte, dieder Kurfürst August der Starke hinterliess. Die Mutter des Moritzvon Sachsen war Aurora von Königsmark, und Aurora Dudevant,welche nach ihrer Ahnin genannt wurde, gab ihrem Sohne ebenfallsden Namen Moritz. Dieser und ihre Tochter, Solange geheissen undan den Bildhauer Clesinger vermählt, sind die zwei einzigen Kindervon George Sand. Sie war immer eine vortreffliche Mutter, und ichhabe oft stundenlang dem französischen Sprachunterricht beigewohnt,den sie ihren Kindern erteilte und es ist schade, dass die sämtlicheAcademie fraugaise diesen Lektionen nicht beiwohnte, da sie gewissdavon viel profitieren konnte.
George Sand, die grösste Schriftstellerin, ist zugleich eineschöne Frau. Sie ist sogar eine ausgezeichnete Schönheit. Wie derGenius, der sich in ihren Werken ausspricht, ist ihr Gesicht eherschön als interessant zu nennen, das Interessante ist immer einegraziöse oder geistreiche Abweichung vom Typus des Schönen, unddie Züge von George Sand tragen eben das Gepräge einer griechischenRegelmässigkeit. Der Schnitt derselben ist jedoch nicht schroff undwird gemildert durch die Sentimentalität, die darüber wie ein schmerz-licher Schleier ausgegossen. Die Stirn ist nicht hoch, und gescheiteltfällt bis zur Schulter das köstliche, kastanienbraune Lockenhaar. IhreAugen sind etwas matt, wenigstens sind sie nicht glänzend, und ihrFeuer mag wohl durch viele Thränen erloschen oder in ihre Werkeübergegangen sein, die ihre Flammenbrände über die ganze Weltverbreitet, manchen trostlosen Kerker erleuchtet, vielleicht aber auchmanchen stillen Unschuldstempel verderblich entzündet haben. DerAutor von „Lelia" hat stille sanfte Augen, die weder an Sodom noch