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Die französische Litteratur im Urtheile Heinrich Heine's
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Dichter in Versen" erklärte, fügte er rasch hinzu: ,jedenfalls dergrösste nach Beranger." Wiederholt betont er die Volkstümlichkeitdes Chansonniers.Es giebt keine Grisette in Paris, die nichtBerangers Lieder singt und fühlt." Wie der schon dem Tode naheHeine erfuhr, dass irgend eine Kreatur Napoleons III. in einemCafi laut erklärte, Biranger sei kein Dichter, da habe er sich inseinem Krankenlager aufgerichtet und nach einem derben Wortean die Adresse des Lästerers, ausgerufen;Pas un poete, Beranger!Eh mon petit monsieur, c'est la lyre la plus sonore des tempsmodernes.'- 16 )

Auch über den geistreichen Pamphletisten Paul-Louis Courier

der manche Züge mit dein deutschen Satiriker gemein hat

sind loir erstaunt, so gut icie gar nichts in Heines Werken.zu finden. In einem Vergleiche mit Börne, bezeichnet er den Autor

desPamphlet des Pamplets", als einen nahen Verwandten desselben,der sich zwar nicht zum Börneschen Humor erheben könne. Ihr

Esprit" habe verschiedene Färbung, er ist mutwillig heiter beidem Franzosen Courier, wo er, wie der junge Wein der Touraine, imKelter braust und sprudelt und manchmal übermütig emporzischt;.bei Börne, dem Deutschen, ist er beides, trübsinnig und heiter, wie«der säuerlich ernste Kheinwein und das närrische Mondlicht der.deutschen Heimat.

IV. Die Zeit der französischen Romantik.Ihr Anfang und ihr Ende.

1. Allgemeiner Teil.

Charakteristisches. Die französische Journalistik.

Shakespeare in Frankreich.

Die älteren französischen Schriftsteller hatten einen bestimmtenStandpunkt: Licht und Schatten sind immer richtig, nach den Ge-setzen des Standpunkts. Die neueren Schriftsteller springen von einemStandpunkt auf den anderen und in ihren Gemälden ist eine wider-wärtige Konfusion von Licht und Schatten hier eine Bemerkung,die der pantheistischen 'Weltansicht angehört, dort ein Gefühl, das.aus dem Materialismus hervorgeht, Zweifel und Glaube sich kreuzend eine Harlekinsjacke ....

Die neufranzösischen Romantiker sind Dilettanten des Christen-tums, sie schwärmen für die Kirche, ohne ihrem Symbol gehorsamanzuhängen, sie sind catholiques marrons ....

In der französischen Litteratur herrscht jetzt ein ausgebildeterPlagiatismus. Hier hat ein Geist die Hand iu der Tasche des andern,

16 ) Vgl. Betz, Heine in Frankreich, p. 138 ff. Dort ist auch nachge-wiesen, dass Beranger bei weitem nicht so hoch von Heine dachte, alsdieser von ihm.