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Die französische Litteratur im Urtheile Heinrich Heine's
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Vorwort.

In meinem Geiste formiert sich ein Buch, welches Blüte undFrucht, die ganze Ausbeutung meiner Forschungen während einemVierteljahrhundert in Paris sein wird, und wo nicht als Geschichts-buch, doch gewiss als Chrestomathie guter publizistischer Prosa, sichin der deutschen Litteratur erhalten wird." So schrieb Heine am7. Juni 1852 an Campe. Längst war er schon an seineMatrazen-gruft" gefesselt. Erst nach weiteren nimmer enden wollenden vierJahren ward ihm vergönnt, sie mit der von allen Leiden befreiendenGrabesgruft auf dem Friedhofe des Montmartre zu vertauschen. Dasgeplante Sammelwerk blieb einer der vielen unerfüllten Wünsche desso schrecklich langsam dahinsiechenden Dichters.

Was wir hier gesammelt und gesichtet und etwas anderesthaten und beabsichtigten wir nicht ist weder das origi-nellste noch das der Form oder dem Inhalte nach schriftstellerischwertvollste von Heines Prosa. Was sich uns hier aber im Blitz-lichte Heinescher Beobachtung und Kritik offenbart, gehört zu deminteressantesten, merkwürdigsten und lehrreichsten, das je von einerdeutschen Feder über die französische Litteratur niedergeschriebenwurde. Wohl enthalten diese Blätter keineschön gekämmten,frisierten Gedanken", keine regelrecht und hübsch geordnete, gründ-liche undsachliche" Dr. phil.-Litteraturwissenschaft. Dafür aberleuchtende und blitzende Strahlen eines leuchtenden und blitzendenGeistes, der französischem Wesen und Denken bis ins Mark gesehen,eines Geistes, der auch dort, wo er irrt, fesselt und zum Denken anregt.

Dass der in Lutezias Arme verschlagene Düsseldorfer Poet dieneue Heimat gerne leiden mochte und vor allem die gastliche Seine-stadt liebte, hat man bis zum Überdruss in allen Gassen undGässlein ausposaunt. Hier soll nur in der würdigen Stille undArt einer fachwissenschaftlichen Schrift nachgewiesen werden, dasskein Germane in Paris je so deutsch dachte, wie dies Heine bis zu-letzt that, dass kein Deutscher in Dingen der französischen Litte-ratur schärfer und strenger geurteilf, als der heimatflüchtige DichterdesAtta Troll".

L. P. B.