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Die französische Litteratur im Urtheile Heinrich Heine's
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parier poesie, on vous croirait amateurs forcenes, et je vois unpoete par excellence, qui vous appartient par droit denativite."Eh! bien, je constate que, parmi les gens du monde, ü est aussiinconnu comme auteur que pourrait etre un poete chinois!" 18 )

Im Jahre 1840, also circa 10 Jahre, bevor die Franzosenihren Musset entdeckten, schreibt er an dieAugsburger Allge-meine'' :Sonderbarer Zufall, dass einst der grösste Dichter in Prosa rden die Franzosen besitzen, und der grösste ihrer jetzt lebendenDichter in Versen (jedenfalls der grösste nach Beranger), lange Zeitin leidenschaftlicher Liebe für einander entbrannt, ein lorbeergekröntesPaar bildeten. George Sand in Prosa und Alfred de Musset in Versen,überragen in der That den so gepriesenen Victor Hugo etc." Auchden dramatischen Dichter stellte Seine hoch, bevor ihm diefranzösiche Kritik besondere Beachtung schenkte. Nachdem erin seinen vergleichenden StudienShakespeares Mädchen undFrauen" (1838) den Franzosen wie wir oben gesehen, das Ver-ständnis für die Komödie Shakespeares abgesprochen, fährter fort:Die Gerechtigkeit verlangt, dass ich hier eines fran-zösischen Schriftstellers erwähne, welcher mit einigem Geschickdie Shakespearescheh Komödien nachahmte und schon durch die-Wahl seiner Muster eine seltene Empfänglichkeit für wahre Dicht-kunst beurkundete. Dieser ist Herr Alfred de Musset. Er hat voretwa fünf Jahren einige kleine Dramen geschrieben, die, was denBau und die "Weise betrifft, ganz den Komödien des Shakespeare-nachgebildet sind. Besonders hat er sich die Kaprice (nicht denHumor), der in denselben herrscht, mit französischer Leichtigkeit zueigen gemacht. Auch an einiger zwar sehr dünndrähtiger aber dochprobehaltigcr Poesie fehlte es nicht in diesen hübschen Kleinigkeiten.Nur war zu bedauern, dass der damals jugendliche Verfasser ausserder französischen Übersetzung des Shakespeare, auch die des Byrongelesen hatte und dadurch verleitet ward, im Kostüme des spleenigen.Lords, jene Übersättigung und Lebenssattheit zu affektieren, die injener Periode unter den jungen Leuten von Paris Mode war. Dierosigsten Knäbchen, die gesundesten Gelbschnäbel behaupteten damals,.ihre Genussfähigkeit sei erschöpft, sie erheuchelten eine greisenhafteErkältung des Gemütes und gaben sich ein zerstörtes und gähnendesAussehen. Und schon damals die ersten Spuren von Mussetsgeistigem Verfalle erkennend, schliesst er:

Seitdem freilich ist unser armer Monsieur Musset von seinemIrrtume zurückgekommen und er spielt nicht mehr den Blase mseinen Dichtungen, aber ach! seine Dichtungen enthalten jetztstatt der simulierten Zerstörnis, die weit trostloseren Spuren eineswirklichen Verfalls seiner Leibes- und Lebenskraft .... Ach! dieserSchriftsteller erinnert mich an jene künstlichen Ruinen, die man in

18 ) Aus: Betz, H. Heine und Alfred de Musset, eine biographisch-litte-rarische Parallele. Zürich 1897, p. 22 ff.