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Die französische Litteratur im Urtheile Heinrich Heine's
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einer Flasche Jordanwasser, eine wandelnde Elegie, un esprit d'outretombe, aber kein Mann.

Chateaubriand will das Christentum gegen den brillanten Un-glauben, dem alle "Welt huldigt, predigen. Er befindet sich im um-gekehrten Falle wie der neapolitanische Kapuziner, der den Leutendas Kreuz vorhält:Ecco il vero policinello!" Chateaubriand ist einPolichinell, der seine Marotte den Leuten vorhält:Ecco il vero-cruce!"

Chateaubriand ist ein Faselhans, Koyalist durch Princip, Repu-blikaner durch Inklination, ein Ritter, der eine Lanze bricht für dieKeuschheit jeder Lilje und statt Mambrins Helm eine rote Mützeträgt mit einer weissen Kokarde.

.... Don Chateaubriand, der Ritter von der traurigen Gestalt,,der beste Schriftsteller und der grösste Narr von Frankreich.

....Don Quichotte der Legitimität, der auf seiner geflügeltenRosinante so pathetisch sass, dessen Schwert mehr glänzend als scharfwar, und der mit kostbaren Perlen schoss, anstatt mit guten, ein-dringlichen Bleikugeln."

Der Vicomte de Chateaubriand, der Narr mit der schwarzenSchellenkappe, der zu jener Zeit der siegenden Romantik von einerfrommen Pilgerfahrt zurückkehrte. Er brachte eine ungeheuer grosseFlasche "Wasser aus dem Jordan mit nach Paris, und seine im Lauffrder Revolution wieder heidnisch gewordeneu Landsleute taufte er aufsneue mit diesem heiligen Wasser, und die begossenen Franzosenwurden jetzt wahre Christen und entsagten dem Satan und seinenHerrlichkeiten, bekamen im Reiche des Himmels Ersatz für die Er-oberungen, die sie auf Erden einbüssten, worunter z. B. die Rhein-lande und bei dieser Gelegenheit wurde ich ein Preusse.

Chateaubriand ist keine niedrige Seele, sondern er ist bloss einNarr, und zwar ein trauriger Narr, während die andern heiter undkurzweilig sind. Er erinnert mich immer an den melancholischenLustigmacher von Ludwig XIII. Ich glaube, er hiess Angeli, trugeine Jacke von schwarzer Farbe, auch eine schwarze Kappe mitschwarzen Schellen und riss betrübte Spässe. Der Pathos des-Chateaubriand hat für mich immer etwas Komisches; dazwischenhöre ich stets das Geklingel der schwarzen Glöckchen. Nur wirddie erkünstelte Schwermut, die affektierten Todesgedanken, auf dieLänge ebenso widerwärtig wie eintönig.

Sonderbarer Weise hat sich Heine nie über Frankreichsgrossen Volkspoeten ausgesprochen. Nur kurze Äusserungen lassensich zusammenstellen, die aber alle darauf hindeuten, dassder Dichter der Grenadiere hohe Stücke auf J.-P. ßirangerhielt. Als er einmal Musset für dengrössten jetzt lebenden.