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und das giebt ihnen einen gewissen Zusammenhang. Bei diesemTalent des Ged ukendiebstahls, wo einer dem andern den Gedankenstiehlt, ehe er noch ganz gedacht, wird der Geist Gemeingut. — In.der republique des lettres ist Gedankengütergemeinschaft.
.... Welche Litteratur bietet uns jetzt die französischePresse 1 ' 1 ), jene echte Repräsentantin des Geistes und Willens derFranzosen! Wie ihr grosser Kaiser die Müsse seiner Gefangenschaftdazu anwandte, sein Leben zu diktieren, uns die geheimsten Rat-schlüsse seiner göttlichen Seele zu offenbaren und den Felsen vonSt. Helena in einen Lehrstuhl der Geschichte zu verwandeln, vondessen Höhe die Zeitgenossen gerichtet und die spätesten Enkel be-lehrt werden: so haben auch die Franzosen selbst angefangen, dieTage ihres Missgeschicks, die Zeit ihrer politischen Unthätigkeit, sorühmlich als möglich zu benutzen; auch sie schrieben die Geschichteihrer Thaten; jene Hände, die so lange das Schwert geführt, werdenwieder ein Schrecken ihrer Feinde, indem sie zur Feder greifen; dieganze Nation ist gleichsam beschäftigt mit der Herausgabe ihrerMemoiren, und folgt sie meinem Rat, so veranstaltet sie noch eineganz besondere Ausgabe ad usum Delphini, mit hübsch koloriertenAbbildungen, von der Einnahme der Bastille, dem Tuileriensturm unddergleichen mehr.
Die Pariser Tagesblätter werden, wie überhaupt in derganzen Welt, auch jenseits des Rheines gelesen und man pflegt dortder heimatlichen Presse im Vergleich mit der französischen, den Wertderselben überschätzend, alles Verdienst abzusprechen. Es ist wahr,die hiesigen Journale wimmeln von Stellen, die bei uns in Deutsch-land selbst der nachsichtigste Zensor streichen würde; es ist wahr,•die Artikel sind in den französischen Blättern besser geschrieben undlogischer abgefasst als in den deutschen, wo der Verfasser seinepolitische Sprache erst schaffen und durch die Urwälder seiner Ideensich mühsam durchkämpfen muss; es ist wahr, der Franzose weissseine Gedanken besser zu redigieren und er entkleidet dieselben vorden Augen des Publikums bis zur deutlichsten Nacktheit, währendder deutsche Journalist weit mehr aus innerer Blödigkeit als ausFurcht vor dem tätlichen Rotstift seine Gedanken mit allen möglichenSchleiern der Unmassgeblichkeit zu verhüllen sucht; und dennoch,wenn man die französische Presse nicht nach ihrer äussern Erschei-nung beurteilt, sondern sie in ihren Bureaus belauscht, muss maneingestehen, dass sie an einer besonderen Art von Unfreiheit leidet,die der deutschen Presse ganz fremd und verderblicher ist als unseretransrhenanische Zensur.
Alsdann muss man auch eingestehen, dass die Klarheit undLeichtigkeit, womit der Franzose seine Gedanken ordnet und ab-
17 ) Um das Jahr 1828.