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Die französische Litteratur im Urtheile Heinrich Heine's
Entstehung
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Augen gefielen, konnten eine ehrenhafte Erwähnung, gleichsam dasKreuz der Legion d'honneur, in ihrem BucheDe 1'Allemagne" er-warten.

Dieses Buch macht auf mich immer einen ebenso komischen wieärgerlichen Eindruck. Hier sehe ich die passionierte Frau mit allihrer Turbulenz, ich sehe, wie dieser Sturmwind in Weibskleiderndurch unser ruhiges Deutschland fegte, wie sie überall entzückt aus-ruft:Welche labende Stille weht mich hier an!" Sie hatte sich inFrankreich echauffiert und kam nach Deutschland, um sich bei unsabzukühlen. Der keusche Hauch unserer Dichter that ihrem heissen,sonnigen Busen so wohl! Sie betrachtete unsre Philosophen wie ver-schiedene Eissorten und verschluckte Kant als Sorbett von Vanille,Fichte als Pistache, Schelling als Arlequin!0 wie hübsch kühlist es in euren Wäldern" rief sie beständigwelcher er-quickende Veilchengeruch! Wie zwitschern die Zeisige so friedlich inihrem deutschen Nestchen! Ihr seid ein gutes, tugendhaftes Volk undhabt noch keinen Begriff von dem Sittenverderbnis, das bei unsherrscht in der Eue du Bac."

Die gute Dame sah bei uns nur, was sie sehen wollte: einnebelhaftes Geisterland, wo die Menschen ohne Leiber, ganz Tugend,über Schneegefilde wandeln und sich nur von Moral und Metaphysikunterhalten! Sie sah bei uns überall nur, was sie sehen wollte undhörte nur, was sie hören und wiedererzählen wollte und dabei hörtesie doch nur wenig und nie das Wahre, einesteils, weil sie immer selbersprach, und dann, weil sie mit ihren barschen Fragen unsere be-scheidenen Gelehrten verwirrte und verblüffte, wenn sie mit ihnendiskurierte.Was ist Geist?" sagte sie zu dem blöden ProfessorBouterwek, indem sie ihr dickfleischiges Bein auf seine dünnen,zitternden Lenden legte.Ach," schrieb sie dann,wie interessantist dieser Bouterwek! Wie der Mann die Augen niederschlägt! Dasist mir nie passiert mit meinen Herren zu Paris in derRue du Bac!"Sie sieht überall deutschen Spiritualismus, sie preist unsere Ehrlichkeit,unsere Tugend, unsere Geistesbildung sie sieht nicht unsereZuchthäuser, unsre Bordelle, unsre Kasernen man sollte glauben,dass jeder Deutsche den Prix Montbyon verdiente. Und das alles,um den Kaiser zu nergeln, dessen Feinde wir damals waren.

Der Hass gegen den Kaiser ist die Seele dieses BuchesDe TAlle-magne" und obgleich sein Name nirgends darin genannt wird, siehtman doch, wie die Verfasserin bei jeder Zeile nach den Tuilerien schielt.Ich zweifle nicht, dass das Buch den Kaiser weit empfindlicher ver-drossen hat, als der direkteste Angriff, denn nichts verwundet einenMann so sehr wie kleine weibliche Nadelstiche. Wir sind auf grosseSchwertstreiche gefasst und man kitzelt uns an den kitzligsten Stellen.

Chateaubriand wir ehren, wir lieben ihn, aber er ist le grandinconsequent, ein unsterblicher Dupe, ein Dichter, ein Pilger mit