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Vier Gespräche über die Malerei, geführt zu Rom 1538
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lieit ausartete, au der die Kenner unserer Tage so wenig Freude haben. Einer-seits lässt Hollanda nämlich seitens des D. Giulio den Wunsch laut werden, desUmgangs mit dem großen Florentiner gewürdigt zu werden; andererseits legt erBuonarroti Lobsprüche auf den Macedonier in den Mund. Drittens bespricht ereine Miniatur, in welcher der Ganymed des einen vom anderen nachgeahmt ward.Die Annäherung dürfte sich also gerade zwischen 1538 und 1540 vollzogen haben.Vor IS47 fertigte Clovius eine Pietä für Vittoria Colonna. Sonst erwähnt Hollandanur im allgemeinen die für einige Cardinäle gelieferten Werke, d. h. für Campeggi,Gaddi und die Grimani. — Vgl. Vasari-Mil., VII., 557—569. — Bradleys Lifeof Clovio (Lond. 1891) steht mir nicht zur Verfügung. Von Gul. Bondes Thesaur.artis pictoriae ex unius Julii Clovii clariadmodumpictorisope-ribus depromptis (1733), der Johann V. von Portugal gewidmet war, solldas nach Lissabon entsandte Exemplar beim Erdbeben umgekommen sein mit-sammt der Mariette'schen Kupfersammlung. — S. u. Erl. 158. Als spanischengeistvollen Nachahmer des »summus minio pingendi artifex« bezeichnet Guevara,der ihm übrigens etwas mehr brio y espirito wünscht, den Hieronymiter-Mönch Fray Andres de Leon. — Vgl. Ponz IL. Nr. 3.

10 ) Baccio Bandinelli, eigentlich de' Brandini, weshalb er in denDialogen einmal (f. 118 v.) nicht unrichtig Blandino genannt wird (1488—1560).Sichtlich befangen durch das Michelangeleske seiner großen oder übergroßenFiguren, ohne das Bedenkliche dieser Nachahmungen zu erkennen, weist Hollandaihm unter den Marmorbildnern den zweiten Platz unmittelbar neben der Gottheitder Bildhauer an (f. 180). Im einzelnen erwähnt er nur, was er selber gesehen:das 1536—1541 entstandene Grabmal Leo X. und Clemens VII. in S. Mariasopra Minerva, und zwar mit übermäßigem Lobe, als ein Werk, das mit der Antike wett-eifern könne. S. XXIX Anm. 1 u. S. XXXVI Anm. 1 Von einem Besuche in jenesWerkstatt berichtet er, wo er gesehen haben will, wie der Sculptor sich vergeb-lich mit Ölmalerei abmühte. Von den florentinischen Arbeiten schweigt er.Ebenso über den problematischen Charakter des von Neid und Ehrsucht krankenEdelmannes. — S. Zeitschr. XL, 65.

11 ) Perino del Vaga. — Vgl. /. g6, 114. v., /95 v., 148 und Ij8 v. Dergeniale Schüler Raphaels wird von unserem Theoretiker wegen seiner Freskenund Chiaro-oscuro-Malereien als fünfter Adler unter den Modernen dicht hinterden vier unstreitig größten placiert. Er kannte von Perino Piero (Buonacorsi1500—1547). den er, dem allgemeinen Brauch entsprechend, nach seinem Floren-tiner Meister del Vaga nennt, besonders die Werke, welche zu Genua imPalast Doria im Auftrage des Andrea nach der Plünderung Roms entstandenwaren, und beschreibt ausführlich, wenn natürlich auch lange nicht so eingehendwie Vasari, den heute zerstörten Schiffbruch des Aeneas, und den Gigantenkampfmit einer Bewunderung, in welche die moderne Kritik nicht bedingungslos ein-stimmt, die aber damals eine allgemeine war, wie auch aus Biondo's (Cap. 12) undDolce's (S. 94) Aufzeichnungen hervorgeht.

,2 ) Sebastiano del Piombo. Wie von allen Italienern, wird der BruderSiegelbewahrer auch von Hollanda niemals mit seinem Familiennamen (Luciano,1485 —1547), sondern bald Bastiano Veneziano, bald Fra Bastiano oder Fratedel Piombo genannt. Der Schützling Michel Angelo's und Nebenbuhler Raphael's,den Ariosto den Größten gleichstellte, erhält in der Rangsliste des Portugiesen