Beilagen.
I. Zur Miniaturmalerei in Portugal.
Ergänzungen zu dem kurzen Abschnitt, welchen B. Bucher(Geschichte der technischen Künste, L, 263) diesem Gegenstandwidmet, finden sich in der Einleitung, welche F. Denis für das1873—1877 veröffentlichte Messbuch des Estevam GoncälvesNetto geschrieben hat. Doch ist darin nicht alles in Ordnung,besonders nicht, was die beiden Hollanda betrifft.
1. Die siebenbändige Biblia de Belem. Die mehr-fach ausgesprochene Behauptung (Bucher, I., 257; Vasari-Mila-nesi, III., 235; Haupt, I., 15; Lützow, N. F., IL, 43), dieseprachtvolle Bibel sei ein Gegengeschenk des Papstes Julius IL( T 5°3— !5I3)j an König Emanuel (1495—1521) für das ersteindische Gold, ist so eitle Sage wie die andere, Leo X.(1513—1521), habe dieselbe für die von Tristäo da Cunha inRom 1514 überreichten exotischen Gaben dem portugiesischenHerrscher darbringen lassen. An dem kostbaren Werke (Junotentführte es 1810 nach Paris, Ludwig XVIII. zahlte ihm50.000 Francs und gab es der portugiesischen Regierungzurück) war der letzte Pinselstrich gethan, nach portugiesischenBerichterstattern im Stile Verrochio's und Perugino's, und eswar mit den Insignien Emanuels und seiner spanischenGemahlin geschmückt (in Band V und VII), bevor Vascoda Gama zwischen dem 29. August und 18. September 1499von seiner ersten Fahrt zurückkehrte, ja schon als er dieselbeantrat (8. Juli 1497). Das erste Edelmetall — die 1500 Gold-Metical, welche der tributpflichtige Herrscher von Quilva aus-geliefert hatte ■—■ ward erst von der zweiten Indienfahrt heim-gebracht (1502—1503), diente ausschließlich zur Herstellung einer