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Vier Gespräche über die Malerei, geführt zu Rom 1538
Entstehung
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Erläuterungen zum Text.

Zum ersten Gespräch (1—55).

') Paul III. regierte von seinem 68. bis zum 82. Jahre (1535—-1549).Mindestens einmal fand Hollanda Gelegenheit, seine ausdrucksvollen Züge zu zeichnen.(Vgl. Erläut. 16.) "Wir haben Grund anzunehmen, dass er den vorzüglichen Stichdes Agostino Veneziano gekannt hat (zugänglich in Onckens AllgemeinerGeschichte, III , 2, 72), da er über diesen tüchtigen Kupferstecher berichtet(/. 181 v.) ; nicht aber Tizian's lebensprühendes Porträt, das einige Jahre später aufdie Römer wie das Leben selbst wirkte. — Sonst erfahren wir von Hollanda nur,dass er das Abendmahl aus der Hand des Papstes empfieng und vom portugie-sischen Gesandten in Geschäften in den Vatican berufen wurde (f. 14g v.). Dorttraf er bisweilen mit Michel Angelo zusammen (f. g6). Von den Gunstbezeugungengegen denselben und Sebastian del Piombo wird berichtet; desgleichen von denMaßnahmen gegen Benvenuto Cellini; ferner von der Verlegung der ReiterstatueMarc Aureis (f. $g v. und 4g v.). Sonst fällt mit Bezug auf das Verhalten Paul's III.zur Kunst nur das Wort, in Sachen der Malerei sei er kein musico gewesen.

J ) Die Cardinal e. Gewöhnlich gedenkt Hollanda derselben nur ganz imallgemeinen. Bei Namen nennt er Della Valle, Cesi, S. Giorgio, Farnese, Santiquattround den Cardinal von Siena. Man darf annehmen, dass er Empfehlungsschreibenfür alle diejenigen mitbrachte, welche die officiellen Beschützer Portugals waren.So nannte man diejenigen Mitglieder des Collegiums, welche dem Papst gegen-über als Anwälte und Agenten den Ansprüchen der portugiesischen Krone dasWort redeten. Ihre Rolle, gerade während der verhängnisvollen RegierungJohann III., war eine keineswegs bewunderungswerte oder achtunggebietende,wohl aber eine verantwortliche und außerordentlich einträgliche. Mit Gold wurdendie Stimmen derer aufgewogen, welche sich für die Einführung einer völlig unbe-hinderten Inquisition aussprachen, so wie dieselbe vom König mit fanatischer undegoistischer Hartnäckigkeit gefordert ward. Mit Gold — dem der spanischen undportugiesischen Juden und Neuchristen — auch die Fürsprache der Gegner. Indiesem heiklen, langwierigen und episodenreichen Drama, welches der großeHistoriker Alexandre Herculano in seiner Geschichte der Inquisitionmeisterhaft dargestellt hat, auf Grund der späterhin imCorpusDiplomaticum ver-öffentlichten Urkunden aus den Jahren 1530—1555 (Relacöes com a CuriaRomana, Liss., 1862—1884, 8 Bände, besonders III. und IV.), spielten dieHauptrolle als Fürsprecher Portugals die Nepoten Alessandro Farnese und