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Vier Gespräche über die Malerei, geführt zu Rom 1538
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häufige Briefe aus. Beider Sohn, der große Feldherr (geb. 1545), vermählte sichspäter sogar (1565) mit einer portugiesischen Prinzessin, der Tochter des InfantenD. Duarte, D. Maria de Portugal.

s ) Datar. "Wer im Jahre 1538 Vorsteher der päpstlichen Kanzlei war, Ihabe ich nicht feststellen können. Etwa Niccolo Ardinghelli, Bischof von Fossom-brone, der in Michel Angelo's Leben eine Rolle gespielt hat? Oder TomasioCortesi da Prato, der Bischof von Carriata, der als Sachwalter des Künstlers inder Grabmals-Tragödie auftrat? Oder noch Matteo Ghiberti, der unter Clemens VII.Datar gewesen war?

9 ) Clovius. — Die charakteristischen und wohlwollenden Züge desberühmtesten italienischen Miniaturmalers sind uns erst neulich durch ProfessorJusti in dem lebendigen Porträt vor Augen geführt worden, welches sein talent-voller und dankbarer Schützling, der Grieche Domenico Theotocopuli aus Kreta,von ihm gezeichnet hat. (Zeitschr. N. F., VIII., 177.) — Clovius, oder Glovici,(1498—1578) stammte aus Grizane in Kroatien — und nicht aus Griffoniin Calabrien bei Salerno, wie des öfteren angegeben worden ist, vielleicht imHinblick auf Vasari's ungenaue Schreibart Grisone (VII., 559) und wohl auchim Gedanken an den italienischen Heimatsort des Pomponius Gauricus. Aufseinen Miniaturen bezeichnet er sich selber als de Crovatia — Crovatinus —Maced 0 oder auch Iliricus. — Hollanda nennt ihn Don Giulio de Macedonia,der spanische Guevara hingegen Julio Epirota (p. 100). Der Don-Titel gebürteihm als regulärem Canonicus de' Scopetini, in deren Orden zu S. Ruffino di 1Candiana er 15 27, infolge der bei der Plünderung Roms im Hause des LorenzoCampeggi erduldeten körperlichen und seelischen Qualen, eine Zuflucht suchte.Hollanda's Bewunderung für diesen Meister in seinem eigensten Fache warbedingungslos, wie die der Zeitgenossen überhaupt, Vasari nicht ausgeschlossen.In seiner Adlerliste überlässt Hollanda aus pietätvoller Höflichkeit dem eigenen,damals noch lebenden Vater zwar den Vortritt, sonst aber ist Don Giulio fürihn immer der »Allervorzüglichste« (Des. ij8 v.). Im 34. Capitel des Malerbuches,wo von der Illuminierkunst als von der zartesten, feinsten, durchgeistigsten und fürden Anfänger behufs geduldiger Vervollkommnung in der Farbenmischung undPinselführung nothwendigsten aller Malereien die Rede ist (f. 86 v.), äußert er 'ähnlich wie im 4. Dialoge: >Die Miniaturen, welche Don Giulio de Macedoniamir zu Rom zeigte, waren des Lobes der Alten wie jedes christlichen Herrscheisnicht unwert. Ihm würde ich die Palme reichen, die Meister Michel Angelo ihmauf diesem Gebiete nicht abspricht, als einem alle übrigen antiken und modernenMenschen überragenden Künstler, der alle Niederländer mitsammt Meister Simonbei weitem übertreffen hat, obwohl letzterer wahrlich ein vorzüglicher Coloristist. So hoch erhob jener sich adlergleich über alle übrigen.« Dabei hat derPortugiese die umfassendsten und bedeutendsten Arbeiten des Clovio (die nach1540 entstanden), wie das Officio della Madonna für Cardinal Farnese, nichtgekannt; noch auch die für Margarethe von Österreich, Maria von Ungarn.Karl V., Philipp II. und Rui Gomez de Eboli ausgeführten Kostbarkeiten.Wahrscheinlich war er in Rom Zeuge jenes Geschmackswechsels, vom Stile desGiulio Romano und Raphael's zum Michelangelesken, der die Thätigkeit desMacedoniers in zwei Hälften spaltet, seinen reifsten Schöpfungen den Stempelaufdrückt, in seinen Alterswerken (Vat. 3805 und 38o7) aber zu jener Manieriert-