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Vier Gespräche über die Malerei, geführt zu Rom 1538
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zur Verwaltung übernommen: Mailand — Polen — Schottland — England; dochzerschlugen sich alle darauf hinzielenden Pläne immer wieder; ebenso die Ver-bindung mit seiner Nichte Maria, die ihm oder seinen Kindern die portugiesischeKrone gesichert hätte. Nur einmal bei Tunis, wohin er sich im Geheimen auf-machte, war es ihm vergönnt, in die "Weltgeschichte einzugreifen und dem KaiserDienste zu leisten, die hernach von den spanischen Berichterstattern geflissentlichverkleinert, von den portugiesischen übermäßig gepriesen worden sind. Mit seinenLehrern, unter denen Pedro Nunes Weltruhm genießt, tauschte er häufig Briefeaus. Er selbst dichtete tief empfundene religiöse Sonette, die unter die Werke desLusiadensängers gerathen sind, dazu Sentenzen und »Rathschläge«. Die ihm zuge-dachten wissenschaftlichen und belletristischen, spanisch-portugiesischen und latei-nischen Werke sind quantitativ und qualitativ sehr bedeutend. Hollanda erkannteseinen Wert, glaubte sich jedoch nicht genugsam beachtet. — Pint. 2 v., 95, 10g ;Tir. I v. ; Fabr. /7 v., 18, Des. 4 1 , 4'J, 4'j, v., 45, 45 »■, 47 v., 4g v.

7 ) Alessandro Farnese war ein so eifriger Förderer der Künste alsBeschützer hervorragender Meister, gleichviel ob seine Aufträge mehr der Freudean Macht und Glanz als wahrem Kunstsinn entsprangen, dass Hollanda ein leb-haftes Interesse daran haben musste, seiner Gnade empfohlen zu sein. Doch scheinter gerade bei diesem mächtigen Nepoten (geb. 1520, Cardinal seit 1 534: gest. 1589als Decan des Collegiums), der acht Päpsten mit Talent und Geschäftskenntnis,doch mit hervorstechendem Eigennutz diente, nicht eben freundliche Aufnahmegefunden zu haben. Alle Äußerungen über ihn zeigen absprechende Gereiztheit.Hier rühmt er sich, dem Cardinal nicht um persönlicher Vortheilen willen, aufSchritt und Tritt nachgelaufen zu sein; später (f. 195 v.) wird gar MichelAngelo das Urtheil in den Mund gelegt, der Beschützer des Perino del Vagaverstehe nichts von Malerei. Keine seiner Schöpfungen wird in den Dialogenerwähnt: weder der von Paul III. als Cardinal begonnene großartigste allerrömischen Paläste, in welchem Bembo, Giovio, Molza, Fracastoro, Cosimo Bartolo,Annibale Caro, Claudio Tolomei aus- und eingiengen, noch die prächtige Jesus-kirche, die so vielen anderen Gotteshäusern außerhalb und innerhalb Italiens zumVorbild gedient hat, noch die glänzenden Bauten in Frascati, Grottaferrata,Velletri, Viterbo, Monreale, noch das Castell in Caprarola, nach Vignola's Plan,ein ungeheures Fünfeck, Festung und Schloss zugleich, das der portugiesischeReisende sicherlich mit Bewunderung betrachtet hätte. Die meisten dieser Bautenfallen freilich in spätere Jahre. — Wahrscheinlich bestand auch gerade1539—1542 eine gewisse Spannung zwischen dem Cardinal und der portugiesi-schen Königsfamilie. Anlass dazu gab seine Parteinahme für den ihm undPaul III. befreundeten D. Miguel da Silva, der damals ohne die Geneh-migung, ja ohne Wunsch und Wissen des Königs den Cardinalshut angenommenhatte (1539, öffentlich erst am 2. December 1541). Ausgeglichen ward der Zwist,sobald Farnese den Freund im Stiche ließ, um an seinerstatt in Portugal alsNominalbischof von Viseu zu fungieren. Die rückständigen Renten, die er indieser Eigenschaft aus dem Lande sog oder zog, betrugen 40.000 Cruzados, diejährlichen Einkünfte des Bisthums, 8000. (S. XVII Anm. 2.) Von da ab bliebendie Beziehungen zwischen den Farnese und Portugal sehr freundliche. Besondersdie Königin tauschte mit Alessandro und seinem Bruder Ottavio, dem erstenHerzog von Parma und dessen Gemahlin Margaretha v. Österreich, ihrer Nichte,