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sierung der Jugend in den Kirchen u. a. m. Von Fanatismus und Judenhass warer nicht frei. Seine gelehrten Kenntnisse waren bedeutende. Sie zu erweitern,scheute er sich nicht, Resende's Latein-Vorlesungen in der Palastschule zu Evorazu besuchen (1534). Verdiente Gelehrte, wie der Hellenist Aires Barbosa, derKosmograph Pedro Margalho, der Mathematiker D. Francisco de Mello warenseine bestallten Lehrer. Ersterer widmete ihm 1536 eine poetische Replik(Anti-Moria) auf das Lob der Narrheit des großen Rotterdamer Gelehrten, dender König nach Coi'mbra zu berufen gedachte. Eine Schrift über römische Alter-thümer auf portugiesischem Boden, welche Resende für den Fürsten ausarbeitete,ist verschollen: Monument a Romana in urbibus lusitanicis. SeinemInteresse für Archäologie begann er Ausdruck zu geben, indem er in seinemLandhaus Valverde bei Evora Inschriftensteine sammelte.
Der obengenannte Herzog, D. Joäo de Lencastre (1501 — 1571 \ der1537 zu Barcelona mit Unwillen auf Hollanda's Anmaßung herabblickte (Bei-lage VIII.), war ein aufrichtiger Freund der Künste und Wissenschaften, einGesinnungsgenosse und Freund des Infanten D. Luis, den er auch 1535 nachTunis begleiten wollte. Viel huldigende Dichtungen sind ihm gewidmet worden.Er selber schrieb manches nachdenkliche und gefühlvolle Sonett, sowie höfischeLieder. Wegen Empfangs verbotener Bücher ist er beargwöhnt worden. Resendevermachte ihm, beziehungsweise seinem Sohne, seine Münzsammlung. Ein Zeugnisseines Kunstsinns ist der Chor der Dominikanerkirche zu Coimbra. Der von seinerVerlobten verleugnete Fürst (seit 1520 Marques de Montemor und Torres-Novas,seit 1535 Herzog von Aveiro) war nicht nur in seinem Werben unglücklich.Auch sonst sah er sich bei Hofe gegen den Herzog von Braganca, Don Jaime,zurückgesetzt. Die Braganca, kraftvolle Sprösslinge des natürlichen SohnesJohanns I., deren Macht und Reichthum sich in anderthalb Jahrhunderten der-maßen zu steigern Gelegenheit gehabt hatte, dass sie trotz der Katastrophe von1483, auf ihre mehrfache Verschwägerung mit dem regierenden Hause blickend,das doppelsinnige, bescheiden-stolze Motto: »Nach euch — wir« (Depois deVös — Nös) annehmen durften, beanspruchten den Vorrang vor der viel jüngeren,mit des Herzogs Vater D. Jorge de Coimbra anhebenden Bastardlinie underhielten ihn auch. König Emanuel empfand augenscheinlich keine besondereNeigung für den unehelichen Sohn Johanns II., dem dieser lange Zeit die Kronezugedacht hatte. Selbst als der von Aveiro nach einer der Töchter des Siegersvon Azamor die Hand ausstreckte, ward er zurückgewiesen. Dass bereits einerder Brüder Johanns III., D. Duarte nämlich, eine Schwester der Begehrten zurFrau hatte und der Rangstreit zwischen den auf solche Weise verschwistertenKönigs-Enkeln dadurch noch mehr verschärft worden wäre, mag nicht ohne Ein-fluss geblieben sein.
0) Der Infant Don Luis, Herzog von Beja (1506—1555), der bedeu-tendste unter Emanuel's Söhnen, ist offenbar Hollanda's hauptsächlichster Beschützergewesen. Die Zeitgenossen hatten eine sehr hohe Meinung von ihm. Sie nanntenihn gern in classischer Anwandlung Delicias de Portugal. Er war des Königserster Rathgeber und trat mehrmals am spanischen Hofe als sein Vertreter auf.Trotzdem wurde die Thatenlosigkeit zu Hause ihm sehr beschwerlich. Gern wäreer nach Indien als Vice-König gegangen. Gern hätte er von Kaiser Karl zugleichmit der Hand irgend einer fremden Prinzessin ein Königreich oder Herzogthum