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Vier Gespräche über die Malerei, geführt zu Rom 1538
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181
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ist; vom Flusse herüber aber weht ein angenehmer, erfrischenderLuftzug!«

Wir schlössen uns seinem Vorschlage an, standen auf undgierigen zu Fuß zum altberühmten Tiber, an dessen Strande wireinher wandelten (nicht, ohne unterwegs auf einige eingesargteRömerinnen zu stoßen), 233 bis wir die lieblichen Gärten und dasLusthaus des Chigi erreichten, welches so herrlich von der HandRaphaels geschmückt ist — nicht minder vorzüglich, in Wahr-heit, als die Werke der Alten. — Und nachdem wir soeben dasLob der Malerei gehört hatten, konnten wir nun mit eigenenAugen ihre hehre Schönheit trinken.

Als es aber Abend geworden war, kehrte ein jeder in seineWohnung zurück, ohne dass uns sonst noch etwas an jenemTage begegnet wäre.

| 9. Schi uss wort. f. 176

v.So hätte ich denn ein weniges von dem kurzen Abriss über

die Malerei der Alten zu Papier gebracht, den ich vor meinemSterben zu schreiben gewünscht und beschlossen hatte, als ichaus Italien in dieses Reich zurückgekehrt war. Freilich | habe ich f. 177mir keineswegs genügt und so vieles über diese edle Kunst zusagen unterlassen, dass es mir schier so vorkommt, als hätte ichnoch nicht den kleinsten Theil von dem ausgesprochen, was ichüber ihre Vorzüge denke und fühle. Doch möge sie selber den gutenWillen anerkennen und in Gnaden aufnehmen. Das Gleiche abermöge mein erlauchtes Vaterland thun und das Volk der Portu-giesen. Vor allem aber möge Eure Hoheit, vieledler, mächtigerHerr und Gebieter, auf diese kleine Leistung meines Geisteswohlwollend blicken, die ich dennoch für eine sehr große halte,dieweil ich der erste bin, der in Spanien und Portugal von derMalerei beinahe wie einer jener Alten geschrieben hat, dievon ihr, der edlen, wissenswerten Kunst, in so viel trefflichererWeise gesprochen haben, wie ihre Schriften zeigen. —

Die berühmten Maler aber, in deren Hände dieses Buchgelangt, bitte ich, mich nicht aus ihrer Genossenschaft undSchule ausweisen zu wollen, dieweil ich die Malerkunst in einem

um so Eingekleidete handelt, oder ob Hollanda an eine bestimmte, vielleicht enganliegende Modetracht denkt, vermag ich nicht zu entscheiden.