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Talent aber hat nach Varro 16 Sesterzien, jede Sesterze aber25 Krusaden. 231
Nicht unerwähnt will ich noch die edle Gesinnung einerKönigin und zugleich die Kühnheit eines alten Meisters der Maler-kunst lassen. Klesides" 1 ^" 1 malte nämlich für die Königin Stratonikeein Gemälde, und da er für dasselbe weder Lohn noch Ruhm,noch Ehren oder Gebür erhielt, stellte er die Königin, um sichan ihr zu rächen, als Willfährigkeit dar, wie sie einen Fischerumarmt, von dem es hieß, dass die Königin ihn liebte. DiesGemälde aber stellte er im Hafen von Ephesos auf, während ersich selbst auf einem Schiffe davonmachte. Dasselbe war aberso meisterhaft gemalt und die Gestalten darauf so naturgetreu,dass die Königin, ihres eigenen Rufes nicht achtend, um ein sovorzügliches Werk nicht zu zerstören, davon abstand, es zuvernichten.«
| Bis hierher hatte jener römische Edelmann gelesen, was *• * 75C. Plinius von Verona in seinem, dem Kaiser Domitian gewid-metenBuche »Historia Naturalis«, und zwar im 35. Buche, vondem Werte der Malerei und an Lob und Preis über sie geschriebenhat, als ich, bei der Unehre der Königin angelangt, vom Stuhleaufstand und ihm das Buch aus den Händen nahm, schwörend,dass, wenn er mich je dort wiedersehen wolle, für heute undwährend meiner Gegenwart nicht mehr von einem Buche dieRede sein sollte, in dem so Großes zum Lobe der alten Künstlerstände, in den Malern unserer Tage Neid erweckend; und die ärmlicheBezahlung von Gemälden in unserer elenden Gegenwart durchdie Erinnerung an die Vergangenheit zuschanden machend. Undmit diesen Worten übergab ich das Buch seinem Pagen, der esdavontrug.
Nun erhob sich Valerio de Vicenza und sprach:■—■ »Da Messer Francisco de Hollanda es nicht erlaubenwill, dass wir gelassen den Ruhm und die Ehre anhören, welchedie Vorfahren der sehr edlen und erlauchten Malerkunst erwiesenhaben, an der er so großen Antheil hat, so erkläre ich, dass ich'szufrieden bin | und dass heute nicht länger von der Malerei die f. 176.Rede sein soll. Lasst uns lieber insgesammt am Ufer des Tiberlustwandeln; denn mir scheint, dass es hier schwül geworden