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Vier Gespräche über die Malerei, geführt zu Rom 1538
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und mir einige von den vorzüglichen Malereien von Eurer Hand | f. 153.zeigtet, statt dass wir die Zeit mit Gesprächen über sie verbringen!«

— »Wie? So meint Ihr also, es sei weniger nützlich, vonunserer schweren Kunst zu reden, als es würdig und schön ist,ihre Werke zu betrachten?« — fragte D. Giulio. — »Ich glaubenicht daran, Messer Francisco, dass Ihr ein Gespräch über ihreVorzüge geringer achtet, als sie zu schauen; denn keine derbeiden Arten, sich mit ihr zu beschäftigen, will sich von deranderen den Vorrang streitig machen lassen, vielmehr will jededie erste sein.«

»Immerhin« — äußerte ich meine Meinung ■— »gebt unszuerst etwas zu schauen; hernach wollen wir zum Gesprächeübergehen.«

Da legte D. Giulio uns einen Ganymed vor, den er nacheiner Zeichnung Michel Angelos illuminiert hatte, in sehr zarterAusführung — die erste Arbeit, durch die er sich in Rom einenNamen verschafft hat. 15 " Dann bewunderten wir eine wohl-gelungene Venus und zuletzt zwei große Blätter eines Buches.Auf dem ersten war in Miniaturmalerei Sanct Paulus dargestellt,wie er einem Blinden vor dem römischen | Proconsul das Augen- f- 153licht wiedergibt, während auf dem andern eine Charitas, vonmehreren Gestalten umgeben, zwischen korinthischen Säulen undschönen Gebäuden dem Beschauer entgegentritt — nach meinerMeinung die vorzüglichste Miniatur, die es überhaupt gebenkann; denn so sehr standen hinter ihr die flandrischen zurück,dass selbst die besten, die ich davon gesehen habe, mir gar nichtnennenswert erschienen — und ich glaube wahrlich, eine genügendeAnzahl davon zu kennen.' 50

Ich bemerkte dabei an den Illuminuren des D. Giulio eineArt, mit kleinen Punkten zu arbeiten, die ich Atome nenne, sodass nebelgleich ein Schleier über die Malerei ausgebreitet zusein scheint, von der ich mich zu behaupten getraue — mitVerlaub des weisen Salomon, der uns lehrt, es sei alles schoneinmal dagewesen —■ dass sie bis auf unsere Tage von keinemanderen, als von D. Giulio de Macedonia angewandt wordenist; denn weder in Italien habe ich irgend jemand auf diese

legen zu müssen glaube, noch Giulio de Macedonia.