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und die höchsten Beamten der Stadttheile Roms in antikerTracht so stolz und vornehm zu schauen waren, wie manerwarten durfte; 11 ' und daneben hundert Bürgersöhne | zu f- 128.Ross, so prächtig und glanzvoll im Schmuck ihrer altrömischenCostüme, dass, mit denselben verglichen, die sammtenen Ge-wänder und Federbüsche und der ganze Reichthum an neu-modischen Kleidern, mit denen Italien alle anderen StaatenEuropas übertrifft, wie nichts aussahen.
Als ich nun diese edle Phalanx und den glänzenden Festzugmit allen den vielen Darstellern zu Fuß vom Capitol herabkommengesehen, die Ausstattung der Wagen, sowie die Aedilen in ihrenantiken Gewandungen und dazu noch Giuliano Cesarino bewun-dernd, wie er sich mit dem Banner der Stadt auf schabracken-bedecktem Rosse, in funkelnder Rüstung und angethan mitschwarzem Brocat vorwärts bewegte, 114 wendete ich rasch meinPferd und ritt nach dem Monte Cavallo zu, den Weg nach denThermen entlang, indem ich an viele Dinge aus der Vergangen-heit dachte, in die ich mich so lebendig versetzt sah, dass ichder Gegenwart fast vergaß.
Meinem Diener aber befahl ich, sich alsbald nach S. Silvestrozu begeben, um zu erfahren, ob etwa die Marchesa | oder Meister f. 128; Michel Angelo dort wäre. Er zögerte nicht lange mit der Bot- v "schaft, dass zwar Michel Angelo und Älesser Lattanzio, sowieBruder Ambrosius sich in S. Silvestro beisammen in der Zelle diesesletzteren befänden, dass aber von der Marchesa nichts zu sehen sei.Trotzdem unterließ ich es nicht, den Weg dorthin fortzusetzen, mitder stillen Absicht freilich, meinen Ritt nach der Stadt zurück daranvorbei einzuschlagen, als ich einen gewissen Capata, meinen Freundund einen ergebenen Verehrer und Diener der Marchesa, auf michzukommen sah. Da ich zu Pferde war, er aber zu Fuße, stiegich natürlich ab; und als ich hörte, er sei Überbringer einerBotschaft der Marchesa, trat ich mit ihm in S. Silvestro ein. Indemselben Augenblicke lenkten Michel Angelo und MesserLattanzio ihre Schritte nach dem Garten, um unter den Bäumenund Epheugeschlinge am Wasser den Nachmittag zu verbringen.
| ■— >Oh! seid alle beide herzlich willkommen!« ■— sprach f. 129.Messer Lattanzio — »Ihr hättet nicht gelegener kommen können,und es ist Euch hoch anzurechnen, dass Ihr dem Gewirr der Stadtentflohen seid und in diesem stillen Hafen Zuflucht gesucht habt.«