— CLIX —
heit des Ausdruckes. Dass ich sie erreicht habe, wage ich nichtzu behaupten, einmal, weil ich der Nationalität nach ein Portu-giese bin (obgleich ich fast seit meiner Kindheit in Castilien auf-erzogen ward) und ferner, weil ich der Kritik von Männern sohöfischer und vornehmer Lebensart ausgesetzt bin, wie viele derersein werden, welche das Buch lesen. — Die dritte — das Lebendes Verfassers zu erzählen — lasse ich ganz unerfüllt. Einmal,weil er zu den Lebenden gehört, dieweil ich die Mahnung desweisen Salomo (sie) im Sinne habe, niemand vor seinem Tode glück-lich zu preisen; und zum anderen, weil eine zweite, noch größereAbhandlung als vorliegende nöthig wäre, um seine Vorzüge auf-zuzählen.
Es erübrigt nun, dass diese Arbeit mir als Verdienst ange-rechnet werde, denn Verdienst und Wohlthat denke ich jedwedemzu erweisen, der sie benutzen will; wem sie aber nicht gefeiltund geglättet genug erscheint, der möge sich mit dem gutenWillen und der frommen Absicht begnügen. — Geschrieben am28. Februar 1563.« —
XII. Alvaro Pires aus Evora.
Im Leben des Taddeo Bartoli (1363—1422) sagt Vasari(Milanesi, IL, 41) Folgendes: >Zur selben Zeit und fast in dergleichen Art, wenn auch mit hellerer Farbengebung und kleinerenGestalten, arbeitete Alvaro di Piero aus Portugal, der in Vol-terra mehrere Tafelbilder fertigte; auch befindet sich eines zuPisa in der St. Antoniuskirche; und andere anderwärts, die, weilsie nicht von besonderer Güte sind, nicht weiter erwähnt werden.«Der Herausgeber theilt in der Anmerkung mit, keiner der ErklärerVasari's habe uns nähere Auskunft über diesen portugiesischenMaler zu geben vermocht. Ein »Reiseführer durch Volterra«(ib. 1832) spreche, im Anschluss an Vasari, nur die Vermuthungaus, ein Tafelbild mit der Jahreszahl 1408 in der Sacristei derSt. Augustinkirche könne von ihm herrühren; Raczynski füge in[seinem Werke über die Künste in Portugal hinzu, er habe zuLissabon im Palast Borba ein altes Gemälde gesehen, von dem1 Taborda bereits 1815 in den »Regeln zur Malerkunst« s. v. Alvarol de Pedro (und nicht do Pietro) gesprochen habe, und zwar seies im Geschmacke der Gräo-Vasco-Bilder. Es stelle eine thronendeMadonna dar mit dem Jesuskinde und einigen Heiligen. Der Vis-conde de Juromenha habe dem polnischen Grafen mitgetheilt,