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Vier Gespräche über die Malerei, geführt zu Rom 1538
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Alvaro Pires sei ein Maler König Emanuels gewesen, und es werdezum Beweise dafür auf das Archivbuch Johanns III. f. 51 ver-wiesen. — Milanesi fügt dann noch hinzu: >Wie aber kann einKünstler der ein Zeitgenosse und Nachahmer des Bartoli gewesenist, als Maler Emanuels zwischen 1495 und 1521 thätig gewesensein ? Welche Bewandtnis es aber auch mit diesem geschichtlichenWidersinn habe, wir freuen uns, auf ein kostbares Tafelbild diesesAlvaro aufmerksam machen zu können, das sich außerhalb Pisain der heiligen Kreuzkirche von Fossabanda befindet (in der1. Kapelle, rechterhand, beim Eintritt). Auf diesem Gemälde mitlebensgroßen Figuren ist die Jungfrau mit dem Christuskindeauf einem Thron sitzend, von Engeln umgeben, dargestellt, einerbietet dem Bambino eine Viola, ein anderer, zur Linken derMadonna, reicht ihm auf einem Täfelchen einen Stieglitz undeinige Kornähren. Der Gottessohn, aufrecht auf dem linken Knieder Mutter, ist unschlüssig darüber, welche der beiden Gaben erwählen solle, und wendet sich zu ihr mit lieblicher Gebärde, sieum Rath zu befragen. Zwei musicierende Engel sitzen im Vorder-grunde. Die Farbengebung ist unbestimmt und hell, die Zeichnungrein, stilvoll, sicher und ausdrucksvoll. Eine Inschrift besagt: |»Alvaro Pirez d'Evora pintor.« — Darauf, dass derselbeAlvaro in Gemeinschaft mit anderen Malern im Jahre 1411 dieStirnwand des Pallazzo del Ceppo in Prato gemalt hat, warschon vorher aufmerksam gemacht worden. (Bd. II., 8.) — DerFehler, den Milanesi den portugiesischen Schriftstellern vorwirft,ward jedoch nicht von ihnen begangen. Juromenha (und auchRaczynski) hält Alvaro Pires den Älteren aus der Regie-rungszeit Johanns I. (1385—1433), dem vorsichtshalber die italia-nisierte Namensform Alvaro diPiero (oder retrovertiert Alvarode Pedro) belassen wird, ausdrücklich auseinander von dem gleich-namigen Miniator im Dienste Emanuels und Johanns III. — Vgl.Raczynski, Lettres 274, und D ict. 225 mit Dict. 217,Lettr. 233.