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Vier Gespräche über die Malerei, geführt zu Rom 1538
Entstehung
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CLVIII
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— CLVIII —

Don Juan de Borja (der Sohn des hl. Franz und Gemahl derdurch vornehme Geburt, Schönheit und Geist gleich ausgezeich-neten Gönnerin des Lusiadensängers Dona Francisca de Aragäo)war laut Decretes vom 6. December 156g Gesandter in Lissabon,wo er von 1570 bis 1576 mit Unterbrechungen weilte. Die An-spielung auf einen neugeborenen Infanten kann sich daher nurauf die am 4. December 1571 erfolgte Geburt Ferdinands beziehen— ein heißersehntes, mit dem Seesieg bei Lepanto zusammen-fallendes Ereignis, das noch von dem 94-jährigen Tizian durchein Gemälde verherrlicht wurde. (Philipp mit dem Knäbchen aufdem Arme.) Ferdinand war damals der einzige Sohn und Erbe,da Don Carlos bereits zu den Todten gehörte, Philipp III. aber nochnicht zu den Lebenden. —

XI. Vorwort des spanischen Malers Manoel Denis zu seinerungedruckten Übersetzung von Hollanda's Buch. — Von der

antiken Malerei.

An den Leser!

Den Mangel an Verständnis für die hochedle [Maler]-Kunstin den hispanischen Reichen gleich dem Verfasser erwägend, binich zu dem Entschluss gekommen, die mühevolle Arbeit auf michzu nehmen, das vorliegende portugiesische Werk in mein Casti-lisch zu übersetzen, von Eifer mehr als von Ruhmbegierde ge-trieben, damit nämlich die großen Talente, selbiges vor Augenhabend, sich einer ihrer Fähigkeiten so würdigen Sache widmen,und die nicht so hoch Veranlagten wenigstens einsehen möchten,dass sie die Kunst nicht missachten dürfen, dieweil sie von Ein- ]sichtigeren Lob und Preis derselben hören. Weil aber das Vor-wort des Verfassers recht lang ist, will ich mich in dem meinem kurzfassen und den wissbegierigen Leser nur davon benachrichtigen,dass von drei Sachen, welche bei derartigen Übertragungen be-obachtet zu werden pflegen, meiner Ansicht nach, hier zwei zufinden sind, und wenn nicht zwei, so mindestens eine.

Diese eine und erste ist: Treue in der Wiedergabe der Vor-lage, wonach ich mit allen meinen Kräften gestrebt habe, indemich stets auf den Sinn achtete, wenn die Worte meiner Sprachenicht ganz übereinstimmen konnten. Denn darin haben die Por- Itugiesen den Vorrang vor uns, dass ihnen ausdrucksvollere jWendungen zur Verdeutlichung ihrer Gedanken als den Casti- Ilianern zugebote stehen. — Die zweite ist: Reinheit und Correct-