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Doch welcher Bologna? Nicht Giovanni Bologna ausDouay, der in Italien seiner Herkunft wegen il Fiammingobenannt wurde, und dem Vasari einen Theil seiner Nachrichtenüber niederländische Künstler verdankt. Denn er zählte 1530knappe fünf oder sechs Jahre. In Vasari-Milanesi (VII. 584 und 629)sind die Daten seines Lebens 1524 (oder 1525)-—1608. Auch nicht
\. Gianfrancesco Penni, dem allein der Beiname il Fattoreeignet. Zwar half dieser Schwager des Perino und SchülerRaphael's seinem Meister wirklich 1515—1516 beim Carton-zeichnen für die erste Teppich-serie für Papst Leo; doch gehörteer 1530 wahrscheinlich zu den Todten. Auch weiß niemandetwas davon, dass er Flandern betreten hat und dort die Aus-führung beaufsichtigte. (Vasari-Milanesi IV. 36g—370; 643—652und IX. 7.) Es bleibt also nur der dritte, Tommaso Vinci-dore. Dieser kam thatsächlich nach des Meisters Tode (d. h. alsdie Originalteppiche bereits in Rom zur Schau gestellt waren)nach den Niederlanden, wo ihn Dürer porträtierte (1520). ■—Man könnte versucht sein, eben diesen Aufenthalt Dürer's in Ant-werpen als Erklärung für etwaige Beziehungen zwischen Bolognaund Goes heranzuziehen, weil, wie der Italiener, so auch derPortugiese von dem deutschen Meister ausgezeichnet wurde, wienoch verschiedene südliche Handelsherren, darunter der damaligeFactor Brandäo, mit dessen Familie Hollanda daheim verkehrte.(Siehe ob. S. LXXXIX.) So häufig und gern gieng der »große Albrecht«
'. in der portugiesischen Factorei aus und ein, dass er gegen einigeder dort allein zu findenden exotischen Raritäten über 200 Zeich-nungen, Stiche und Bilder von seiner Hand austauschte. Dochstimmen die Daten nicht. Goes kam erst 1523 in Flandern an,als Dürer nicht mehr zugegen war. Erst in Nürnberg 1526—1527,wo er mit Peutinger, Pirkheimer u. a. verkehrte, sind wahr-scheinlich seine Züge von Dürer verewigt worden.
Den Bologna aber kann Goes, wie gesagt, in den Webereiengetroffen haben. Was Hollanda's Aussage betrifft, so hatte er desItalieners wahren Namen vergessen, als er im Alter seinen Vasarilas. Daher verwechselte er den V i n c i d o r e mit P e n n i.— Ver-muthlich auch früher beim Anfertigen der Künstlerlisten, als von
|ihm unter den berühmtesten Malern als zehnter Bologna nachPerino und Giovanni da Udine gebucht wurde? Er nennt den-selben dort »einen Schüler Raphael's, der die Flamän-