Druckschrift 
Die römischen Stationsorte und Straßen zwischen Colonia Agrippina und Burginatium und ihre noch nicht veröffentlichten Alterthümer : nebst einem Excurse über Spuren römischer Niederlassungen und Straßen, wie über germanische Alterthümer zwischen Rhein und Maas
Entstehung
Seite
11
Einzelbild herunterladen
 

11 .

der Schweiz in den ebenso reichhaltigen, als gründlichenMittheilungen der Antiquarischen Gesellschaft in Zürich", undaus Frankreich in verschiedenen archäologischen Werkenund Abhandlungen. Hier werden die überdeckten Mauer-reste ganz allgemeinheurteux" d. i. iStosser genannt, weilsie an den durchgehenden Pflug stossen, und haben zu deninteressantesten Aufdeckungen römischer Gebäude und Gräbergeführt. Wenn man bei Grimlinghausen und Neuss vonsolchen durch den Pflug berührten Steinresten nicht hört,so mögen sie theils von jeher zu tief unter der Oberflächegelegen haben, theils, wie dies manche augenscheinlichschon längst vor ihrer Ausgrabung der Decksteine beraubtgewesene Gräber bezeugen, im Lauf der Zeiten unbeachtetbeseitigt, oder, wo die Aushebung zu schwierig war, tiefergelegt worden sein. Immerhin lassen verschiedene Stellenzwischen sehr gutem Boden, durch auffallende Dürre undVerkümmerung der Frucht, so wie durch die Menge derimmer wieder von Neuem bei dem Pflügen ausgeworfenenTuftsteinstücke, welche sich augenscheinlich von grösserenSteinen abgelöst haben, aui nicht tiefes Mauerwerk schliessen.Einen gleichen Einfluss auf die Vegetation habe ich vondünneren Schutt- und Zerstörungsschichten nicht bemerkenkönnen, welche ich bei mehreren Nachgrabungen in Gellepund Asberg, ferner auch in einigen Kiesgruben auf demFürsteuberge und in Grimlinghausen untersucht habe. ZuGrimlinghausen zeigt der blossgelegte Durchschnitt desBodens in einer Kiesgrube des Gutsbesitzers Hrn. Essersan der Nordseite des Dorfes, ein meist schwer zu lösendes,nirgends über einen Fuss dickes Gemenge von römischenZiegel- und Getässstücken, seltener von vollständigen Ge-lassen, von Kohlen, zuweilen auch Münzen und Knochen.Vor einigen Jahren fand man daselbst einen wohl erhaltenenSchädel und daneben viele andere Knochen, -welche vondem Skelett einer Frau herzurühren schienen. Ich selbstfand kürzlich erst, unter der Menge ausgebrochener Ziegel,einen mit dem Stempel der LEG XVI.

Planmässige Ausgrabungen sind bisher nur von dem bereits genannten Kreisphysikus Dr. Jäger in Neuss,