120 GYMNASIUM
gesellen und darum von den meisten auch nicht mit Fleiß undGewissenhaftigkeit ausgefüllt; . . . wie bei solchen Lehrkräftenunterrichtet wurde, ergibt sich nur zu deutlich von selbst" l ).Nun, wir besitzen heute schon einige mit Fleiß und Gewissen-haftigkeit geschriebene Monographien über Gymnasien, dieHardewig im Auge hat, die, wie auch unsere eigene Geschichteüber das Gymnasium zu Geseke klärlich dartut, daß dieseUnterrichtsanstalten den von ihrer Zeit an sie gestellten An-forderungen vollauf genügt haben.
Daß das Gebot oder auch nur die Praxis einer nur drei-oder höchstens fünfjährigen Lehrtätigkeit nicht bestanden hat,beweist das mir zur Verfügung stehende Vergleichsmaterial.Ein Pater Natalis Stork, den ich zum ersten Male im Jahre1687 als Gymnasialprofessor zu Vechta finde, taucht nachfünfjähriger Tätigkeit in Vechta in gleicher Eigenschaft amGymnasium in Meppen auf; wiederum nach fünf Jahrenfinden wir ihn an unserem Gymnasium zu Geseke-). P. Mo-destus Brüggemann wurde vom Gymnasium in Warendorf, woer schon 1781 tätig war, im Jahre 1783 als Professor nachGeseke versetzt. P. Cornelius Terbeck, der im Jahre 1787bis 1791 in Coesfeld dozierte, siedelte 1791 nach Geseke über;P. Fidelis Rören übernahm nach fünfjähriger Dozententätigkeitin Rheine im Jahre 1793 ebenfalls eine Professorenstelle inGeseke. Dasselbe gilt von P. Antonius Jansen, der im Jahre1800 nach fünfjähriger Tätigkeit in Vreden als Professor inGeseke tätig war 3 ). Ich könnte solche Fälle selbst aus meinemgeringen Vergleichsmaterial noch vermehren; jedenfalls zeigensie zur Genüge, daß Hardewigs und Lappes Behauptungen unddie daraus gezogenen Schlüsse selbst ohne Berücksichtigung derguten Resultate im Unterrichtsbetriebe nicht haltbar sind.
Ich glaube, daß eine vollständige Edition des Professoren-kollegiums sämtliche!' Franziskanergymnasien der sächsischenProvinz und die dadurch ermöglichte Vergleichung eine ähn-liche Stabilität im Dozentenkollegium erweisen wird, wie ichsie früher für die höheren Studien nachgewiesen habe. Die
') Ebd. 2 ) Groelekcn 116!.; Anhang 12.
3 ) Ebd. 116'ff.; Anhang 12.