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Kloster und Gymnasium Antonianum der Franziskaner zu Geseke
Entstehung
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I. Einleitung.

Das Franziskanerkloster zu Geseke war der zweite Konvent,den die in der Reformation fast gänzlich vernichtete Ordens-provinz vom hl. Kreuz neu gründete. Dieser Umstand, daßGeseke den hoffnungsfreudigen Beginn der neuerstandenen Pro-vinz bildet, berechtigt meines Erachtens einen kurzen orientie-renden überblick über die wechselvollen Schicksale der sächsi-schen Provinz in der voraufgehenden sturmreichen Epoche, inder ihre Geschicke und ihre Tradition schließlich nur noch aufzwei Augen standen.

Es ist ein merkwürdiges Zusammentreffen, daß im Aus-bruchsjahre der Reformation auf dem Capitulum Generalissi-mum zu Rom der gerade ein Jahrhundert dauernde Streit imFranziskanerorden zwischen Konventualen und Observanten bei-gelegt wurde. Durch die endgültige Trennung in Konventualenund Observanten mit gegenseitig unabhängiger Organisation undVerwaltung waren die in der Observanz liegenden und bis jetztin diesem endlosen Streit vielfach vergeudeten großen Kräftefür den Widerstand gegen das Luthertum freigemacht. Dennes konnte auf Grund der voraufgegangenen Entwicklung inner-halb der deutschen Franziskanerobservanz mit ihrem ausge-prägten Anschluß an Rom die Stellung gegenüber dem Protestan-tismus nur vollständig ablehnend sein. Freilich ist auch aus denReihen der deutschen Franziskanerobservanten eine allerdingsim Verhältnis zur Gesamtheit immerhin verschwindende Anzahlder Reformation beigetreten; und gerade frühere Observanten,wie der liebenswürdige Pellikan, Münster und vor allem FriedrichMekum, nehmen unter den Reformatoren eine hervorragende, auchdem religiösen Gegner sympathische Stelle ein.

Falke, Kloster Geseke. 1