IL Gründung und Neubau.
Seitdem Geseke in politischer Hinsicht zu Kurköln ge-hörte, wurde das freundliche Landstädtchen, obschon der Kur-fürst oder Landesherr nie ein absolutistisches Regiment ent-wickeln konnte 1 ), doch mehr oder weniger in alle Wirren hin-eingezogen, unter denen das Herzogtum Westfalen in politischerund religiöser Beziehung reichlich zu leiden hatte.
Weil das Geseker Mendikantenkloster naturgemäß politischgar keine Rolle spielte und nach der wirtschaftlichen Seitekeinen nennenswerten Einfluß besaß, hat für die Kloster-geschichte zunächst nur die seiner Gründung unmittelbar vor-angehende religiöse Entwicklung der Stadt Interesse und zwardeshalb, weil die Gründung des Klosters eine unmittelbareFolge dieser religiösen Zustände war.
Für die Einführung und Verbreitung des Protestantismusin Westfalen sind vor allem Luthers Ordensbrüder, die Augu-stiner, hervorragend tätig gewesen 2 ). Den größten Einflußhatte wohl der Konvent von Lippstadt, der im Jahre 1509durch Johann von Staupitz der sächsischen Kongregation derdeutschen Augustiner angeschlossen wurde, wodurch eine Ver-bindung geschaffen war, „deren Fäden später nach Wittenbergführten und die dadurch für die Gewinnung Lippstadts fürGottes Wort und Luthers Lehre von der allergrößten Bedeu-tung wurde" ;! ).
Im Jahre 1524 zeigen sich die ersten Spuren der reli-giösen Neuerung durch die Tätigkeit des Priors JohannesWestermann aus Münster und des Lektors Hermann Koitenaus Beckum, die seit 1521 an der Universität Wittenberg unter
x ) Meister 64 I 99.
5 ) Kampschulte, Einführung 43ff.; Kleinsorgen II 352.
*) Niemöller 6.