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Kloster und Gymnasium Antonianum der Franziskaner zu Geseke
Entstehung
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119
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GYMNASIUM U9

notwendigste beschränkt werden; die Annalame von Geschenkenwar strenge untersagt; selbst die eine Zeitlang gebräuchlichenkleinen Feste an den Namenstagen der Professoren wurden alsder priesterlichen Würde nicht entsprechend in dem von unsschon erwähnten Studienerlaß vom Jahre 1733 verboten 1 ). Imübrigen hatten sie in ihren Klassen eine recht selbständige Stel-lung; so konnten sie Schüler für einen ganzen Tag beurlauben,und wenn der Lehrer selbst gegen öffentliche Exzesse seinerSchüler einschritt, durfte sich der Präfekt nicht in die Angelegen-heit einmischen. Die Professoren waren im Interesse ihrer Stu-dien vom Chorgebet und anderen Übungen der Kommunität be-freit, nur am Abend wohnten sie der Betrachtung und an Sonn-und Festtagen der Matutin, dem Hochamt und der Vesper bei.Lappes Ansicht (34), daß die Professoren nach fünfjährigerLehrtätigkeit aus dem Lehramt verschwinden, ist in dieser All-gemeinheit nicht zutreffend. Freilich war das Magisterium ge-wöhnlich nicht Lebensberuf, und wir verfolgen in dem Lehrer-kollegium der sächsischen Provinz einen Aufstieg der Dozentenbis auf die oberste Sprosse des Theologieprofessors. Aber schonganz geringes Material, das mir zur Verfügung steht'), setztmich in den Stand, Professoren von anderen Gymnasien dersächsischen Provinz in Geseke nachzuweisen. Lappe wie auchFührer (50) berücksichtigen zu wenig die Organisation der Fran-ziskanerprovinzen, in denen durch die häufigen Versetzungeneine ständige Fluktuation im Gesamtpersonal stattfand.

Es ist mir unverständlich, wie Hardewig zu der Behaup-tung kommt, es sei ein Gebot erlassen worden, daß ein Paternur drei Jahre am selben Orte bleiben dürfe :! ). Ebenso un-bewiesen und durch die Resultate im Unterrichtsbetrieb glän-zend widerlegt ist seine Behauptung, es sei ganz gleichgültiggewesen,ob ein junger Mönch Talent zum Unterricht hatteoder nicht... er mußte die vorgeschriebene Zeit unterrichten,wenn er in seinem Orden weiter kommen wollte. So wurdealso die wichtige Zeit der Jugenderziehung als Übergang an-

') Konventsarchiv Dorsten.

s ) Vgl. z. B. Groeteken 115ff. mit Anhang Nr. 12.

3 ) Hardewig 10.