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Kloster und Gymnasium Antonianum der Franziskaner zu Geseke
Entstehung
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V. Philosophie.

Nach Volleudung der grammatisch-humanistischen Studiendurch Absolvierung der Rhetorika war lange Zeit an unseremGymnasium zu Geseke den Abiturienten Gelegenheit zu einemKursus der Philosophie gegeben, der für einen Teil der Stu-denten den Abschluß ihrer wissenschaftlichen Ausbildung, fürden größeren Teil aber wohl eine weitere Propädeutik für dasHochschulstudium bedeutete. Der vollständige philosophischeKursus umfaßte Logik, Physik, Metaphysik und Ethik und wurdein zwei Jahren absolviert.

Meyer J ) und Lappe 2 ), der sich wieder auf Meyer beruft,legen den Beginn der philosophischen Vorlesungen ins Jahr 1723,da in diesem Jahre 15 Bürger der Stadt mit dem Pater Provinzialder sächsischen Provinz einen Kontrakt abgeschlossen hätten,auf Grund dessen sich der Provinzial gegen eine jährliche Re-muneration von 30 Talern zur Stellung eines Lektors der Philo-sophie verpflichtet habe. Weil keine Quelle angegeben wird,ist mir die Nachprüfung dieser Nachricht nicht möglich; aberich vermute einen Lesefehler. In den offiziellen Kapitelsaktenist nämlich erst zum Jahre 1727 von der Absicht zur Grün-dung eines philosophischen Studiums in Geseke die Rede"). Indiesem Jahre wandte sich der Guardian von Geseke an dasProvinzialkapitel zu Münster mit der Bitte, im Interesse desGymnasiums ein Philosophiestudium einzurichten und zwardurch Einrichtung eines philosophischen Kursus für jungeOrdensleute, an dem die Studenten des Gymnasiums teilnehmensollten. Freilich scheint für diese Bitte nicht so sehr das In-teresse am Studium maßgebend gewesen zu sein als vielmehrder Wunsch, durch die jungen Kleriker Choristen für den Nacht-chor zu erhalten; denn nach einem negativen Bescheid bittet

') Jahresbericht 5. ! ) Lappe 44. a ) Acta cap. I 455.