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Kloster und Gymnasium Antonianum der Franziskaner zu Geseke
Entstehung
Seite
113
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GYMNASIUM U3

Hälfte des September die Tage, an denen im Wettstreit umdie Prämien eine schriftliche Arbeit gemacht werden mußte.Sämtliche Arbeiten wurden dem Präfekten übergeben, der siedrei Professoren aus dem Lehrkörper oder anderen wissen-schaftlich gebildeten und unparteiischen Patres des Hauses zurPrüfung übergab. Diese mußten einzeln das Ergebnis ihrerPrüfung schriftlich dem Präfekten übergeben. Falls die dreiZensoren im Urteil übereinstimmten, fiel die Prämie dem be-treffenden Studenten zu, wenn nicht der Pater Präfekt einVeto einlegte; in diesem Falle entschied der Guardian mit einemDiskreten oder einem anderen Herrn des Hauses. Waren nurzwei Vota pro oder contra abgegeben, so gab die Stimme desPräfekten den Ausschlag. Als Termin Jür die mündliche Prü-fung, die nichtsuperficialiter", sondern recht strenge sein soll,wird von den Statuten aus dem Jahre 1717 ') die Zeit unmittel-bar nach der actio finalis bestimmt. Preise wurden verteilt fürdie besten Leistungen in der Religion, im Latein und Schön-schreiben. Auf jede Klasse fiel je ein Praemium catecheticumund scriptionis latinae et germanae; auf der Infima und Secundawurden je zwei Preise für die beste lateinische Übersetzungverteilt (primum et secundum Argumenti). Außer diesen Prä-mien konnten die Syntaxisten zwei Preisbücher für das bestelateinische Gedicht nach Hause tragen (primum et secundumpraemium Carminis). Neben dieser Auszeichnung für dichte-rische Leistungen stand den Poeten der Wettbewerb um zweiPreise für den besten lateinischen Aufsatz offen (primum etsecundum praemium Chriae). Die Rhetoren konnten sich außerzwei Preisen in der Dichtkunst noch zwei Prämien für diebeste lateinische Rede holen (primum et secundum praemium.Orationis). Zu bemerken ist, daß nicht alle Schüler einerKlasse an diesem Wettbewerb teilnehmen konnten, sondernnur diejenigen, deren Gesamtleistungen im Laufe des Schul-jahres die Anwartschaft auf einen Preis erworben hatten 2 ).

Es wurden also am Schluß jeden Schuljahres 26 sogenanntegüldene Bücher verteilt, die von der Stadt dem Gymnasiumbereit gestellt werden mußten. Sie waren in Leder gebunden

')§X Nr. 1. ') Lappe 3011'.

Falke, Kloster Geseke. 8