GYMNASIUM 89
empfang für Schulzwecke 285 Taler 4 Groschen 9 Stüber betrug.An Korngefällen kamen für das Gymnasium 19 Scheffel 2 SpindRoggen, 80 Scheffel 3 Spind Gerste und 13 Scheffel 2 Spind Haferein. Für die neue Philosophenschule betrug die Einnahme anGeld 112 Taler 23 Groschen 8 Stüber; an Korngefällen 15 ScheffelRoggen, 15 Scheffel Gerste und 15 Scheffel 2 Spind Hafer.
Der gesamte Geldempfang für beide Schulen unter An-rechnung der Korngefälle in Geldwert, und zwar den ScheffelRoggen zu 1 Taler, den Scheffel Gerste zu 27 Groschen und denScheffel Hafer zu 18 Groschen, betrug unter Abzug der „Krimpfe"[Einbuße durch Einschrumpfen] 517 Taler 32 Groschen und 11Stüber. Von dieser Summe erhielt das Kloster für beide Lektorender Philosophie 100 Taler, für zu lesende Messen 15 Taler, für dasMagisterium 125 Taler, also im ganzen 240 Taler. An Schatzungs-geldern und anderen Ausgaben gingen ab 62 Taler; die StadtGeseke erhielt von einer Zulage aus vergangenen Jahren 38 Taler18 Groschen zurück, so daß die Bilanz mit einem Überschußvon 177 Talern 11 Groschen und 11 Stübern abschloß. Im Jahre1802, also kurz vor Aufhebung des Gymnasiums, betrug dieserÜberschuß 128 Taler 20 Groschen und 8 Stüber.
Aber kaum waren diese materiellen Hindernisse für eineBlüte des Gymnasiums aus dem Wege geräumt, kamen Schwierig-keiten in der damals einsetzenden Aufklärungsperiode; undnachdem diese, wie wir in der inneren Geschichte des Gymna-siums sehen werden, letzten Grundes nur befruchtend und mo-dernisierend auf den Studienbetrieb eingewirkt hatten, wurdedas Gymnasium durch die Stürme der Säkularisation unerwartetschnell fortgefegt.
Daß die Aufklärung, die auch in die schulreformatorischeTätigkeit des tatkräftigen Kurfürsten Maximilian Franz hinein-zudringen suchte, „weltfremden Mönchen" die Qualifikation zurLehrtätigkeit vollständig absprach, kann nicht weiter wunder-nehmen. Schon bei der Reorganisation des Arnsberger Gym-nasiums in den 80er Jahren, das bis dahin eine Studienanstaltder Abtei Wedinghausen gewesen war, fielen gegen die Ordens-leute recht unfreundliche Worte. Der Landdroste Spiegel zum.Desenberg, der sich bei der Erhebung des Gymnasiums zu