88 GYMNASIUM
drei Patres wurde nach Auskunft des zuverlässigen Catalogusnicht ausgeführt ').
Übrigens scheint das Verhältnis zwischen Stadt und Klosterseit dem Jahre 1770 ungetrübt gewesen zu sein, wenigstenswissen die mir zur Verfügung stehenden Archivalien von er-neuten Schwierigkeiten nichts zu berichten.
Im Stadtarchiv zu Geseke fand ich vom Jahre 1777 an-gefangen bis ins 19. Jahrhundert hinein eine Reihe genau spe-zifizierter Rechnungen über Einnahme und Ausgabe für dasGymnasium und die Philosophenschule. An der Hand dieservon den städtischen Rechnungsrevisoren genau kontrolliertenBilanzen können wir die Höhe der einzelnen Einnahmen ausden früher schon genannten Fundationen genau ersehen. Sowurden fürs Jahr 1777 an Geldzinsen eingenommen 90 Taler27 Groschen und 9 Stüber; an Korngefällen kamen ein 16Scheffel 1 Spind Roggen, den Scheffel zu 18 Groschen, im Geld-wert von 8 Talern 4 J /2 Groschen; 49 Scheffel Gerste, den Scheffelzu 16 Groschen, im Geldwert von 21 Talern 28 Groschen;12 Scheffel und 2 Spind Hafer, den Scheffel zu 9 Groschen, imGeldwert von 3 Talern 4V 2 Groschen. Davon gingen ab alsSteuer für den westfälischen Freistuhl 1 Scheffel Gerste und1 Groschen und 4 Scheffel Hafer, so daß der Geldwert allerKorngefälle 31 Taler 20 Groschen und der gesamte Geldemp-fang für Schulzwecke in diesem Jahre 122 Taler 11 Groschenund 9 Stüber betrug. Die Ausgaben betrugen 125 Taler fürdie Lektoren des Gymnasiums, 9 Taler 1 Groschen Schatzungs-gelder, 18 Groschen an Agio [Aufgeld] und 6 Taler als Entschä-digung für den Rezeptor, so daß die Gesamtausgabe den Stadt-säckel mit 18 Talern 9 Groschen und 3 Stübern belastete.
Nach der Einrichtung der Philosophenschule im Jahre 1793wurden die Ausgaben zugunsten des Klosters etwas größer.Im Jahre 1795 gingen an Geldzinsen aus der Rumpschen Fun-dation 65 Taler 9 Groschen, aus der Bertramschen Schulfun-dation 216 Taler 14 Groschen und 9 Stüber, aus der BückischenFundation 3 Taler 17 Groschen ein, so daß der gesamte Geld-
') Meyer, Jahresbericht (>.