Druckschrift 
Johann Hartliebs Übersetzung des Dialogus miraculorum von Caesarius von Heisterbach
Entstehung
Seite
368
Einzelbild herunterladen
 

368 VI, 5.

der tewffel sichtikleich und stund bey seinen füssen in aines äffen gestalt undhett gayszhorn. Da er in ersach, da erschrack er und sprach: 'Wer pist oderwas suchst dw ?' Das kuntter sprach: 'Ich pin der tewffel und körnen dein seelhyn zufürn.' Der ritter sprach: Fleuch von mir, du untrewer, ich hab sy be-5 volhen Jhesu Christo.' Da sprach der tewffel: 'Walther, wilt du mir manschafftthün, so wil ich dich gesund machen und wil dich reichen über all dein geslächtund deins genossen.' Da sprach der ritter: 'Wo nemest du den schacz und dasgütt V Der tewfel sprach: 'Pey deinem hoff sind gar vil grosser schacz verporgen.'Da sprach der ritter: 'Sag mir wa ist die seil meins herren, graff Wilhalms,

10 der newlich gestorben ist?' Der tewffel sprach: 'Auff mein trew und ayd, ichsag dir: Ob yeman an die statt, da er ist, würff den höchsten perg, der under demhymel ist, ee das er zw gründ kam, er war gancz ver smelczen.' Und da er dasgesprach, da lacht und kacht und sprach mer: 'Doch so ist die hycz law undmilich semfft gegen der hycz, die er haben wirt nach dem jüngsten tag.' Er

15 fragt in von der seil des graffen von Seiner, er sprach: 'Wärlich, wir haben sy.'Er fragt auch umb sein vatter, der tewffel antwurt: 'Wir haben in gehabt ainsund zwainczig jar, aber ain &iv&uak und ain kaier, lawsiger die haben sein seiluns entpfrömdt und enzogen.' Die amawcken maint er sein hausfrawe, die mitwain umb sein seel ain awg verlorn hett, den kaln maint er sein sün, der unnser

20 münich ist, der gar vil umb sein seil gearbait hett. Er fragt in von seinem prüderLamperten, der tewfel sprach: 'Als wir in umbgeben hettew das er uns nichtenpfliehen möcht, da wart er unsz verzwgt.' Der ritter sprach: 'Von wannenpist dw her zu mir komen V Er sprach: 'Ich und mein gesellen warn pey demtod ainer apptessin swarcz Ordens und warten ir seel.' Der ritter sprach: 'Wie

25 vil was ewr?' Der tewfel sprach: 'Der grösst walt in der weit hatt inn mayennit so vil lobs an allen esten.' [225 r ] Da sprach er: 'Was hapt ir erlangt V'We! we!' sprach der tewffel, 'sy was gar ain geistliche fraw, da kam Michelder ercz engel mit ainem eysen kolben und slwg in uns und ver jagt uns all.Also wurden wir zersträtt als der staub, den der wint zerwätt.'

30 Novicius: Sind so vil tewrfel komen zu aines menschen tod, so mwsz

von nott vil tewfel sein, wann doch in der weitten weit all tag lewtt sterben.

Monachus: Wie wol die pösen geist also sind in ainer statt und nit

in der andern, doch so ist er brauchsam und subtil in seiner natur das er in

ainem äugenplick durch vil end der erden komen mag, und sy ligen den gütten

13. lat. : Ardor iste balneum lacteum ei est.

15. vor seil gestrichen hell. lat. : Requisitus de anima . . ., respondit

17. an vanck. die] i aus e korrigiert.

18. amanken.

20. hett] e aus a korrigiert.

21. war. hette. vor nicht gestrichen e.

23. her] Zuerst war her', also herr geschrieben; dann wurde ' gestrichen.29. Nach Psalm 1, 4.