Druckschrift 
Johann Hartliebs Übersetzung des Dialogus miraculorum von Caesarius von Heisterbach
Entstehung
Einzelbild herunterladen
 

Vorwort.

Von der im gegenwärtigen Bande sehr verspätet ans Licht tretenden Ver-öffentlichung Karl Dreschers hatte der Herausgeber dieser Sammlung, GustavRoethe, schon mehrere Jahre vor dem Weltkrieg das Manuskript des Textes zumAbdruck angenommen. Zunächst äußere Umstände, alsdann die anhaltendenwirtschaftlichen Nöte verzögerten aber die Drucklegung immer wieder, zur schmerz-liclien Enttäuschung des Verfassers. Als endlich die Aussicht bestand, seine jahre-lange Erwartung zu erfüllen, entriß ein tragisches Schicksal den Deutschen Textenweit vor der Zeit ihren Begründer und Leiter, der mit nahezu beispielloser Hin-gabe, Energie und Umsicht über ihnen gewaltet hatte.

Die beratende Fürsorge für diesen Band fiel nun mir zu. Nach eingehenderVerständigung mit Drescher in einem umfangreichen Briefwechsel begann derDruck des Textes im Sommer 1927 und wurde im Januar 1928 beendet. Mitbesten Kräften habe ich mich bemüht, den Herausgeber bei Überwindung dermancherlei eigentümlichen Schwierigkeiten, die der Textherstellung für diesesnur in einer einzigen, grob mundartlichen Handschrift erhaltene Werk sowohlnach der sprachlichen als nach der kritisch-exegetischen Seite entgegenstellen, zuunterstützen. Auf meinen Wunsch hat er das Wortverzeichnis wie das Namen-und Sachregister beso?ulers umfassend angelegt, damit hier dem Leser zum Ver-ständnis des in Stoff und Darstellung vielfach fremdartigen Inhalts Handhabenund Hilfen geboten wurden.

Eifrig und voll innerer Freude hatte Karl Drescher sich dieser Aufgabeund der Abfassung der gleichfalls ausführlich geplanten Einleitung gewidmet.War doch diese Ausgabe, deren Vollendung er mit dem Feuer und der Ungeduldeines Jünglings herbeisehnte, seit langer Zeit das Lieblingskind seiner selbständigenwissenschaftlichen Forschung neben dem ehrenvollen und höchst verdienstlichen,aber aufreibenden und nicht immer gebührend anerkannten Dienst an seinemgroßen Lebenswerk, der Fortführung der Weimarer Luther-Ausgabe. Gehörtendoch seine Bemühungen um allseitige Würdigung Johann Hartliebs zu demweiten und fruchtbaren Arbeitsgebiet, das Drescher sich seit seinen wissenschaft-lichen Anfängen für sein gelehrtes Schaffen erwählt und erfolgreich gepflegt hatte.Mit dieser Ausgabe der bisher nahezu unbekannten und kaum beachteten Schriftdes bayrischen Arztes hoffte Drescher seine gehaltvollen Untersuchungen über ihn