Cinfeifung.
Der große 'dialogus miraculorum' des Gaesarius von Heisterbach(f um 1240) ist ein im Mittelalter außerordentlich verbreitetes und geschätzteskulturhistorisches Werk ersten Ranges. Gegründet auf strengstgebundene kirch-liche Weltanschauung seiner Zeit, zieht es alle damals lebendigen Tendenzen inden Kreis seiner Betrachtung. \Da ist wirklich historisches Geschehen, Soziales,Politisches, menschliche Tugend und menschliche Laster, geistliches Erleben,Bekehrungen, Versuchungen, Erscheinungen, Ekstase, Wunder, Träume, Ge-sichte, Verkündigungen, Sage, Legende, Mythologie^ — alles, soweit nötig, um-gebogen und dienstbar gemacht dem kirchlichen Gedanken und gedacht als ..... Ver-herrlichung des OfdenslebenSj besonders des eigenen Zisterzienserordens, gegenüberdem unersprießlichen Treiben der Welt.
( Der 'dialogus miraculorum' ist ein Zwiegespräch zivischen einem Möncheund einem Novizen, der durch die Erzählungen des Mönches in die oben gezeichneteStoff- und Geisteswelt eingeführt werden soll.jDas Werk ist eingeteilt in zwei Bücherzu je sechs 'Distinctiones'; das erste Buch enthält: I. Geschichten über Bekehrungzum Klosterleben (de conversione), II. Auseinandersetzungen über die Wirkungender Reue und Zerknirschung (de contritione), III. über Bekenntnis und Beichte(de confessione), IV. über die Versuchungen der Christen (de tentatione), V. überdas Wesen und Treiben der bösen Geister (de daemonibus) und VI. über wahreHerzenseinfalt als Gegenmittel gegen all diese Anfechtungen (de simplicitate).Das zweite Buch erzählt zunäclist wunderbare Taten der Jungfrau Maria (desancta Maria), dann VIII. eine Reihe wunderbarer Gesichte (de diversisvisionibus), IX. Wunder des Leibes und Blutes Christi (de sacramento corporiset sanguinis Christi), die X. Dislinktion Jiandelt von Wundern im allgemeinen(de miraculis), die XI. von Gesichten Sterbender (de morientibus) und die XII.vom, Gericht über die Verstorbenen, von ihrer Verklärung oder Verurteilung (depraemio mortuorum 1 )).
[Neben der reichhaltigen handschriftlichen Überlieferung sind mehrereältere Drucke erhalten, z. B. Prologus Cesarij cisterciesis monachi i Heyster-bacho in dyalogum miraculorum Incipit feliciter. [Coloniae: Ulricus Zell c.
1 ) Hartlieb hat, wohl auch um des faßlicheren und greifbareren Inhaltes willen(s. unten S. XVIII) nur dieses zweite Buch von Caesarius' Gesamtwerk übersetzt.