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Johann Hartliebs Übersetzung des Dialogus miraculorum von Caesarius von Heisterbach
Entstehung
Seite
323
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V, 3. 323

unglimppfen, von hass, von neyd und versawmung der regel und was den ordenswechett. Wer sölichen handel treibt, der gewint ain flecket klayd, aber umb deingrosse arbayt und umb dein ainfaltig, unstrafflich leben gewinst dw ain solichklayd." Da das geschach, da wurden dürr sein gwmen, und sein krafft ent-slayff im das er nit mer reden mocht. Da wartt im labung gössen auff sein zungen, 5er gewan new krafft und hüb an zu reden ain trostliehen spruch und sprach:'Wolt Got das er mich so lang enthielt das ich mit meinem herren mocht gereden.O, wie ainer frolichen potschafft wolt ich vi erber sein, wie so gar grosse frölicheund wunderliche ding wolt ich verkünden, die ich gehörtt, gesehen und enpfundenhab. Die ding sind alle beraytt den liebhabern Gots und dysen die in seinem 10dienst wachen und arbaytten.' Der appt sprach: 'Prüder, wie hast dw das ge-sehen V Er antwurtt: 'Ich pin in diser nacht vier mal verzugkt gewesen für Gott.Mein prust ist offen und mein seel wart daraus gefürt für Gott, da kam ich zuhantt in die chor der engel und Bach die rayn maytt Maria, unnser frauen, inunsäglicher chlarhait pey gar vil schöner junckfrawen. Sy verloppt und ver- 15sprach mir besen bey standig und hilfflich in allem bedürften, wann ich habiren alltar und gedechtnüsz offt geeret. Ich sach auch unzalicher schar derheyligen, die ich vor nit gesehen hett, doch kantt ich etj von stund an.' Aberward er krafft und machtlos und hörtt auff zu reden. Da ward im aber ain wenigkrafft prw genott in gössen, das schland er und sprach: '0, wie süsz ist Got 20disen die in versucht haben. O, wie über flüssig ist sein süssikait! Wie reichflüssig und unzergäncklich ist genwg aller lüst bey im, mit den hatt er mich auchin dyser nacht gespeyst. In meinem herczen hab ich die ding alle enpfintlich;ich mag das mit wollten nit aus gelegen, das ich enpfind, des mag ich lüczelaus gesprechen, wann der glust ist allen menschlichen zungen unaussprechlich. S5Wie gar ist aller der weit freüd so tunckel gegen den freüden des hymels, dienymmermer end noch verdriessen gewinnen.' Der appt besant ettlich noviczen,die in der weit gar herlich betten getriben turney und ritterspil, die selben tröstder siech prüder mit sölichen Worten: [202 v ] 'Das \r von ewrer üppikait berwfftseyt und gevolgt happt, des happt ir grossen tayl und vil verdienens in hymel. 30Mir ist ewer hailwärtikait alle zu gesicht und wissen körnen, ob ir in den ordenbelyeppt. Wann hör wann hern Davit pit an underlos Got den herren für euchdas ir das verpringt das ir haylsamlich hapt angevengt.' Er nantt ainen under

7. mit ist übergeschrieben.11. nach arbaytten gestrichen da sprach.

18. «ich an stund an; lat.: statim agnovi.

19. auff fehlt; lat.: loqui cessavit.21. disen] korrigiert aus dieem.

26. gar] g aus einem angefangenen v korrigiert. vor die gestrichen vi,

29. ich. 31. mit.

32. hör] 6 aus e korrigiert. wann] wa über Rasur geschrieben; lat. nur:

Nam dominus David.

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