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Johann Hartliebs Übersetzung des Dialogus miraculorum von Caesarius von Heisterbach
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208
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208 ///, 2.

nächst vergangen sechs jarn an dem hochzeitleichen, heyligen oristag auff einemallter an einer haimlichen, ainczigen statt in nnnserm chloster messe anhübzelesen mit grosser andacht und mit zähem fliessend aus seinen äugen, als ergewon was von gnaden Gots mesz zelesen: 'Puer natus est nobis', 'Das chind

5 ist geporn und der sün ist uns geben,' und do er in der stilmesse die fünff haim-leich wort Christi gesprochen hett zu der Wandlung, do verloz er die gestaltdes prots und sach in seinen hennden nicht ein prot, sunder er hielt darinn einwunderschönes degen chindel in desselben schön imd lieb er so ser enzündetward, das er es chüsst und liepleich zu im smuckt. Doch besorgt er sich vor den

10 umbsteenden lewten, das sy in merckten in solichem verziehen, und er legtdas lieb chindel auff das corporal. Do verwandelt sich dasselb chindel widerunib in die gestalt des sacraments, das die messe dadurch volbracht würde.Und als lang der selbe sälig man dasselbe chindlein in seinen hennden hielt,als lang sach er auch chain gestalt des prots und wider umb, die weil er [137 r ]

15 sach die gestalt des prots, als lang sach er chain gestalt des minnikleichen chind-leins. Er sagt darnach sölich geschieht und sehung, und doch ungemeldet seinselbs person. Eins andern tags ward er aber gefragt nach dem der solich wunderund Verhandlung gesehen hett, wer er war und ob er in nicht erchennet. Doantwurt er in meiner gegenwürtikait und sprach: 'Auff dem oder an dem tag

20 ist Christus in seiner menschait in eins chindleins gestalt in der messe gesehenworden.' Nicht wolt er sich selber melden, noch chain ander antwurt yemantgeben. Darnach zu einer andern zeitt offenbart er die selben sehung zwaimerbergen priestern, Fridreichen von Lureck und Constantino. Des ward gewarWynandus, unnser siechmaister, der nam in mit sich in das siechaws und sprach

25 zu im: Lieber prüder Gotschalck, hab ir unsern haylant Christum in ewrermesse vor euch ligen und in ewren hennden gesehen?' Er sprach zu im: 'Ja'.Er sprach widerumb: 'In welcher gestalt habt yr in gesehen?' Er sprach: 'Ingestalt eins jungen degenchindlein.' Er fragt in aber: 'Wes begyneht ir mitdem chindlein ?' Er sprach: 'Ich chüsst es liepleich und froleich für sein mynnik-

30 leichs mündel.' Do sprach aber Wynandus: 'Lieber prüder, was geschach dar-nach?' Er sprach: 'Ich legt das lieb chindel wider auff das corporal, und alser sich wider in des sacraments gestalt verwandelt, do enpfing ich in.' Anseiner leezten zeitt seines Sterbens bechant er des und sagt es unnsermabpt Hainreichen.

35 Novicius: Gloriosa sunt que dicis etc. Die ding sind vollöbleich

und wunderleich, du sagest. Aber mich nympt wunder, ob er sich auch ettwannpösen priestern des gleichen verwandel und erzaig ?

Monachus: Sicut bonis ad bonitatis remuneracionem etc. Alser sich den gütten priestern zu Ion ir gütikait offenbaret, also offenbart er sichauch etwann den pösen priestern durch straffung willen. Des hör ein sache etc.

13. hennden] nach h ein i gestrichen. 14. es.

23. Canstantino. 24. den.