II, 42—11, 43. 139
haimlickait Gots seinem abpt on übernemmung seines gemutes geoffen-bart hatt.
Monachus: Ich wän genüg wol das derselbe prüder nicht on eytellob die selben sehung dem abpt gesagt hab, und das merckt auch der selb apptwol, und was in künftig daücht daraus zu ergen, das sagt er im, do er sprach: 5'Du wirst den engel hin für nicht mer sehen'. Der selb appt was gar ein gelerter,Weiser man und was vor seiner bekerung zu Köllen in dem stifft aller zwelfpotenein wirdiger techant gewesen.
Novicius: Cum quibus homo duos habeat angelos, utdicis etc. Seind das ist das ein yegklicher mensch zwen engel hatt, die im 10von Gott, dem schöppher, zubeschaiden sind, einen gütten engel, der in zugütten dingen ansuchen, wie kumppt es, das des menschen wille so gar leicht-leich dem pösen engel verhenget zu den sünden ? Ist der pös engel volkomenerin den raten und im gewalt zu erzaigen mächtiger oder tugentleicher ?
Das XLIIj capitel. 15
Monachus: Licet homo habeat angelum bonum ad custodiamet malum propter exercicium, neuter tarnen illorum voluntatihumane vim inferre valet etc. Wie das ist das der einen gütten engelhat, in zu behütten, und einen pösen engel. den tewfel, in mit anfechtung zuüben, noch denne mag der paider engel chainer dem willen eines menschen ^0„ chainen gewalt nicht peweisen, also das er durch den ratt des gütten engeiszu gütten wercken genaigt werde oder das er durch des pösen engeis ein plasungzu sünden gezogen werde mit gewalde, wann da durch hat Gott dem menschenseinen freyen willen verlihen.
Novicius: Quid est liberum arbitrium? Was ist der freye wille 25des menschen ?
Monachus: Das vermügen seines willen und seiner vernunfft, domiter ein güts [94 r ] erwellet, so er in gnaden ist, oder ein pössz ding, so er nichtbey gnaden ist. Es ist gehayssen frey durch des menschen willen, der freyund von Gott unbenötigt ist, ein wilchür gehaissen durch der vernunfft willen. 'iOWann die dinge die des menschen will begert, die wilchürt und erckennet dievernunfft, und wie das ist das die vernunfft offt dem willen nachfolget zu dergunst die sünde zetün, noch denne sagt sy nymmer zuraten zu dem pösen. Dasaber der wille des menschen so berait ist zu sünden, das macht die sach: Wanndder tewfel hat zwen diener, die noch wüster und fraislicher sunder den menschen 35zeschaden, denn er selber ist. Mit den selben zwain wirt des menschen will serangetriben mit des fleischs enzündung, das zu latein fomes haisset, und nennet
20f. lat. : neuter tarnen illorum voluntati huraanae vim inferro valet.27. Monachus fehlt.