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Johann Hartliebs Übersetzung des Dialogus miraculorum von Caesarius von Heisterbach
Entstehung
Seite
89
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du waist und erchennest meinen willen.' Und sprach darnach: 'Mein Bell emphilhich der junckfrawen sün Marie.' Und also ward im der chopph abgehawet.Zu der selben zeitt was ein behaffter mensch mit dem pösen geist nahent dobeywonend, do sprachen ettlich lewtt zu dem selben behafften, die vernomen hettenvon des benanten ritters und bütreichs töd: 'Ir pösen geist habt yeczund grosse 5freüde mit des enthaubten [63>] ritters, des grossen bütreichs sele.' Der teüfelantwurt in mit trauriger und chläglicher stymme: 'Wir haben nichts an im,wann er hatt an seinem ennde ein rede getan, dadurch er hailwärtig worden ist.'Do ist auch chain zweifei an er sey durch hilffe der hymelküniginn, der süner sein seel an dem ennde emphalhe, von der helle verdampnüsz erledigt worden, 10als auch der Schacher an dem chreücz gnad empfieng von Christ dem herrenund mit im zu den ewigen freüden gefürt ward.

Noch wil ich dir ein anders ebenpild sagen, darab dich mer wundernwirt, das mir ein appt unsers ordens gesagt hatt, und geschehen ist in disennächsten fünff jaren. 15

Das lviiij capitel.

In vicinio civitatis etc. In der gegent nahent bey der stat genantTryent, als mir ein appt gesagt hatt, was reichsend ein gar vermärter Schacher,von dem vil menschen beraubt und ermordert wurden. Wer sich zw wer saeztwider in, den ertott er an all parmunge. Dem selben Schacher begegent eines 20tags ein münch unnsers ordens, er hofft bey im gellt zefinden und sprach zuim: 'Ey, sey dann das du wilhkleich mir nach volgest, sünst ertStt ich dich.'Do dem der münch also nach volgt und mit im auff dem weg zerede kom, dofragt er in und sprach zu im: 'Wer seyt ir?' Er sprach: 'Ich pin ein Schacher,der so vermert ist in dem lannde,' und nennet sich im bey seinem namen. Der 25münch sprach zu im: 'Ir hebt yeezunt an grab zu werden auff ewrem haubt undfürchtet nicht ewrer armen sele, die ir allso mit sünden überladet V Er sprachzu dem münch: 'Ich furcht meiner seel mynner dann ein unvernüftigs tyerund weder Gott noch sein heyligen.' Domit swaig der münch, bis das er mitim in sein hol und wonung kom, do gedacht er mit im selben: '0, möchtest du 30den menschen von seinen sünden bekeren. du verdientest grosz gnad umb Gott.'Und domit sprach er zu dem Schacher: 'Erlaubt [63 v ~] ir mir etwas mit euchzereden?' Der Schacher sprach: 'Sey euch erlaubt.' Der munch sprach: 'Sagtmir wie ir ewr leben in der jugent von anfang ewrer vernunfft bis auff die zeittgefürt habt.' Er sprach: 'In vil poshait und sünden. Do ich ein chind was, 35do aufflaynt ich mich mit allen anndern hindern, die mir an dem alter gleich

1 3. ad exemplum steht am Bande rechts.14. Vor disen gestrichen den.

18. lat.: Iatro nominatus. 21. im zu.

33. Vor sey gestrichen: ja ich.36. di. aller.