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Johann Hartliebs Übersetzung des Dialogus miraculorum von Caesarius von Heisterbach
Entstehung
Seite
57
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/, 35-1, 36. 57

ein pärting. Der ward von einem anndern seinem mittritter gefragt wie imder orden geviel. Er antwurt im und sprach: "Gar wol gevellet mir der orden,ich mag auch wol an der krafft von gnaden Gots, aber ettlich zeit han ich tibelmögen.' Er wart gefragt von was sachen wegen er übel gemögt het. Er ant-wurt: 'Do ich des ersten mich von der werlt bechert und in den orden kom, 5do warn mir die wachen zu der metten so gar swär und widerwärtig, iind wennich zw metten geen solt, so hett ich darab als grosz verdriessen das hercz undkrafft davon swelckt. Und eines nachts kom mich untter metten in dem chorso grosz unkrefft an das mich der preyal aus dem chor in das siechhaus fürt,wann ich vor kranchait nicht gesteen mocht. Des ward ich in dem geist enzuckt, 10do erschain mir ein wunderschöne, chlare [41 r ] fraw zwischen mir und deschores auff dem weg geend, und do die selbe frawe zu mir nähent, als ob sy etwasgenötigs bey mir zeschaffen hett, rürt sy mich bey meinem chlayd, davon ichsolche chraft und sterck gewan das ich von der selben stund und auch hinfürmit grossem wollust bey den metten und andern tag zeitten bestund. Und ich 15hoffe dieselben allerschönist fraw sey die mütter Gots gewesen, die alle chlain-mütig lewt stercket, das sy in iren anfechtungen icht überwunden werden.'

Novicius: Placet quod dicis. Die red gevellt mir wol.

Monachus: Quod vero pro suis vicys eiecti de ordine etc.Das auch etlich, die umb ir missetat aus dem orden geworffen und versant 20werden, mit hilff und parmherczikait der mütter Gots wider eingerüfft und auff-genomen werden, das beweist dir das hernachgeschriben ebenpild.

Das XXXVI capitel.

Eodem tempore etc. Zu der zeit do Daniel, ein münch zu Hemmerode,ein slechter und gerechter man, in sein leczte kranchait viel, do was auch bey 25im in dem selben siechaws ein ander münch mit der Wassersucht bekrenchetund gepeynigt und was des ordens ein priester, doch was dannoch nicht leger-hafft an seiner kranchait, sunder er mocht dannoch wol geen. Der nähent zuder legerstatt des vorgenanten kranchen Danielis und hört von im soliche wort:'Der münch hat unnser heben frauen wol zedancken, wann er von hilffe irer gnaden 30wider in sein chloster ist auffgenomen, wann er was von schulde wegen seinermissetat und pöser syten wegen aus seinem chloster gestossen, und darumbrüfft er tag und nacht an unnser liebe frauen, das sy im wider ein hülffe.Zu der zeitt irs gemainen capitel do kom er mit grosser gepet und [4P] die-müttikait an seinen appt und altväter, das sy in wider auffnemen. Die ver- 35

3. lat.: bene haben, sod per tempus valclo male habui.

8. lat.: corpore quam corde tabescerem. Das s in eines ist aus e korrigiert.11 — 12. Statt mir in der Hs. Lücke; lat.: per viam quae erat inter nie eichorum. 16. chlainmütig] am Ende e gestrichen.

34. Vor capitel steht gestrichen artikel.