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Johann Hartliebs Übersetzung des Dialogus miraculorum von Caesarius von Heisterbach
Entstehung
Seite
33
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1, 17. 33

gnad tut mit heyligen offenbarlingen und andern gnaden, dann den menschen,die sich von jugent allzeit in Unschuld vor Bunden enthalden haben ?

Monachus: Ubi super habundavit delictum etc. Wo überflüssigsünd gewesen sind, darnach hat auch nach der bekerung des menschen die Gotsgnade tibertroffen, und dasselb geschieht von der unausprechleichen Gottes 5parmherezikait, darumbe auch das die sünder gevallen und in irn sünden ligendnicht verzagent, und das die rainen und unschuldigen menschen von irer unschuldi-kait icht hochferten oder sich des ubernemen, wann ich sag dir, das ich eines tagsin einem unnsers ordens frawencliloster zw red k6~[24'']men und gesessen was,do wir von der selben matery sölicher Offenbarung miteinander zered körnen. 10Do sprach eine der selben closter junckfrauen zu mir mit zaigen irs fingers auffein ander ir mitswester also mit worten: 'Seht, lieber herre, das unser herre Gottsolchen personen, als die ist, sein haimlichait offent und nicht uns.' Do mit sysich irer unschuldikait ubernam und rüemet sich domit. Auch maynt sy dasdie vorgezaigt ir swester nicht junckfraw noch unschuldig von sünden in den 15orden komen war, der selben gab ich die antwurt, als ich voran gesprochen habund saezt auch das darzu, das ich sprach: 'Wenn euch Gott solche gnade seinerheimlichait und Offenbarung erzaiget, so nempt ir es für euch, als ob das Gottvon ewrer junckfrawschafft und Unschuld wegen der sünden getan hett, des ireuch dann ubernampt. Darumb so wil Gott das ir euch destermer diemüttigt 20als die, dy sich von irn sünden bekert. gepessert, gepüesszt und gediemüttigthaben.' Und ich verstund wol an ir das sy sich domit gen mir mit rorn undhochfertikait erhaben hett. Das aber dy tugent der junckfrawschafft und ent-haldung der kewseke die gemüte sölicher junckfrawen erheben in hochfart,das wil ich dir aus worten einer andern junckfrawn oder chlosterfrawn völlik- 25leicher erzaigen. Dieselbe sprach zw mir: 'Sicherleich, ich wird nicht gleichdes ich ein junckfraw pin, den frawen, die witiben sind, die sün und tochterhaben getragen', als ob sy sprach: 'Scholt ich mit einer solichen gleichen Ionemphahen ?'

Wie gros aber und gevellikleich Gott sey dyeinütige junckfrawschafft 30und wie wunderleich er den selben seine haimliche werch offenbar, das werdentdir die hernach geschriben ebenpild erleuttern etc.

Novicius: Memini te superius dixisse etc. Ich pin wol ingedenckwie du vor an dem püch gesprochen hast, wie das verdienen gen Gott mer anden tugenden [24°] des gemüts dann an den tugenden der auswendigen werch 35gelegen sey. Ey, warumb chestig wir uns denn tägleich mit gepeten. lesen,wachen, fasten, singen und mit anderer arbait unnser hennde ?

Monachus: Hec omnia sine merito vite eterne fieri pos-sunt etc. Die selben werok alle mügen wol geschechen und volbracht werden

30. Vor gott steht gestriclien sey.

33. Nota beno: steht am Rande rechts.

34. Vor an (1.) ist ein v-ähnliclier Buchslabe gestrichen.Deutsche Texte des Mittelalters. XXX.