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Johann Hartliebs Übersetzung des Dialogus miraculorum von Caesarius von Heisterbach
Entstehung
Seite
10
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10 I, 3.

Tercium capitulum.

Parvo hoc emenso tempore: Nach diser kurcz vergangen zeitt desjares der gnaden do man zalt von Christi gepurt tausent zwayhundert und ach-zehen jar, do ubergieng das wasser des meres seine auff gesaczte zil von Gott und5 kom mit solicher ungestümkait und uberlauffung in das land zw Friesen undin vil gegcnt und lanndc dobey gelegen und ertrenckt vil stete, märckt und dorffer,in achtung mer dann hundert tausent menschen, die doselbs vergengen, und wasder uberflus desselben merwassers als hoch das es über die hoch der turn gienge,und ein lünde die andern traib und wütend seinen ungestomen lauff nam des

10 geleich als ein ander syntflucht komen sold, die werlde als vormals zu vertiligen,und als unnserm appt zw der selben zeitt do er in Fryesenland unnsers ordenscloster haymsucht und visitirt, gesagt ward das die selbe meresgüssung und aus-lauffung bis gen Kolen zw der statt vil nach komen war, hett der allmächtigGott, der das mit seiner macht erhebt hett, durch pittung seiner lieben mütter

15 nicht gestillet.

Novicius: Nosti causam tante plage ? Waist du die ursach solichergrosz gocz plag gen den Fryesen ?

Monachus: Novi. Ja, ich han das wol vernomen. Es was [7"] ein man inFryesen lannd in der kunst schirmens mit dem swert, als offt und welches tags er

20 von der tafern des abents wider in trunckhenhait in sein haws kom, so dick und offter sein hausfrauen mit Übelhandlung und mit siegen ser betrübt und bekümert.Darumb die selbe bekümert frawe zu einer zeitt von forchte wegen desselben irestruncken mannes sich, als ob sy kranck wäer, macht und stellet und das ir das-selbe gleichsenn der kranchait icht vermerekt würd, des vordert sy und begert

25 ir unnsers herren wirdigen leichnam zepringen. Und als ir der priester dieselbenheylikait gots leichnam zu pracht und der priester domit zu dem haws kom,do begegent im der vorgenannt truncken schirmer oder fechter also truncknermit einem koppf vol pyers enkegen gangen und erpot im den kopph mit pyerzetrincken. Und so ym der selb erberig priester darüber antwurt und sprach:

30 'Ich trag den heyligen goczleichnam und mag auch nicht zymlich diezeit mit dirtrincken'. Der fryeß der ward darumb zornig und slüg dem priester die khebse ),darinn goczleichnam lag, mit sampt dem kopph piers aus der hant, das diestuckhe der wirdigen heylikait alle aus der kebsen auff plosz erde vielen zestrewet.Doselbs wurden die selbigen heyligen stuckh des wirdigen sacramencz von den

35 erbergen frawen die dem nach folgten, gesehen auff der erde zestrewet so scheynigals die hechten hymel stern. Die hüb derselb priester wirdikleich und mit klagund seüfften wider auff von der erden in die kebsen und geng domit von dannen.

6. vn.10. geschrieben steht ater, ist es das lateinisclte Wort ( = schaurig)?16. tanto.19. lat.: Frino quidam arte pugil . . . exstitit.