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Johann Hartliebs Übersetzung des Dialogus miraculorum von Caesarius von Heisterbach
Entstehung
Seite
XXII
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XXII Einführung.

Umschreibungen, freiere Wiedergabe die Vorlagen oft recht willkürlich zu behandeln 1 ).So werden wir von vornherein bei dem Gaesarius keine getreue Übersetzung erwartendürfen. Die hierher gehörigen Urteile bei S. Hirsch, Alexanderbuch S.109f. sinddirekt zu streichen; sie beruhen im Gegensatz zu anderen wertvollen Ausführungendes Buches auf unzureichender Vergleichung, und eigene Beobachtungen über"stilistische Umständlichkeit" Hartliebs (S.124f.) hätten Hirsch gegen seinGesaml-urteil mißtrauisch machen sollen.

Entsprechend der Vielgestaltigkeit der Vorlage ist nun auch in HartliebsÜbersetzung ein Schwanken vortrefflicher Wiedergabe einzelner Erzählungen, (z. B.Bist. X, 2) bis zu höchst steifen und schwerfälligen Ausführungen, zumal in denscholastischen Kapiteln zu erkennen (in Bist. VII, VIII, IX). Im allgemeinenergibt sich der Charakter von Hartliebs Übersetzung als der einer außerordentlichenVerbreiterung der Vorlage, die auf drei Ursachen zurückzuführen ist: 1. eindurchgehendes Streben nach möglichster Deutlichkeit; 2. auf die schwere, das ganzeWerk gleichmäßig drückende Belastung mit synonymen Wendungen 2 ) und 3. aufden Umstand, daß Hartliebs syntaktisches Denken sich weniger unter der Formeinzelner Begriffe als vielmehr der des ganzen Satzes vollzieht.

Es ist ein Vorteil dieser freieren Übersetzungsweise, daß durch die sichergebenden Abweichungen die Person des Übersetzers gelegentlich in recht will-kommener Weise heraustritt. Aus der Fülle der Belege, wie sie Euphorion XXVI,482ff. bei allen Erörterungen gegeben sind, ist dies deutlich zu ersehen.

x ) Besonders breit die Wiedergabe des 'Prologus'; vgl. Euphorion XXVI, 349ff.(mit der tat. Hdschr. I verglichen).

2 ) Vgl. schon Hirsch a. a. 0. 120 f.; Euphorion XXV, 576ff.

Karl Drescher f.