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Johann Hartliebs Übersetzung des Dialogus miraculorum von Caesarius von Heisterbach
Entstehung
Seite
XIX
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Einführung.

XIX

Brandan muß es entstanden sein, dessen eine Handschrift sclion 1457 vorliegt(vgl. Euplwrion XXV (1921), 362). So kommen wir mit der Zeit der Entstehung andie Wende der sechziger Jahre oder noch weiter in die Zeit der Übersetzungen der"warmen bäder' und der 'Secreta mulierum'. Terminus ante quem ist PuterichsTodesjahr 1467. Und damit ergibt sich wieder die fatale Doppelseitigkeit vonHartliebs Wirken: auf der einen Seite im Verborgenen ein dienerndes Vorschub-leisten gegenüber der erotischen Neugier der Großen, eines Herzog Siegmunds,ja sogar durch Siegmunds Vermittlung eines Kaiser Friedrichs III. (Euphorion XX V,237f.), auf der anderen für die Öffentlichkeit und weitere Verbreitung bestimmtein Erzählen frommer Geschichten zu Nutz und Lehre. Auch der Umstand, daßdie Übersetzung wenig bekannt wurde und nur eine Handschrift von ihr vorhandenist, kann für die späte Entstehung sprechen: nicht lange nach der Vollendung,bald nacheinander (1467 und 1468) starben Empfänger und Übersetzer, der öffent-liche Anteil an der Arbeit erlosch.

Ehe wir nun die Übersetzung des zweiten Teiles näher betrachten, müssenwir auf dasjenige Kapitel des ersten Teiles noch einen Blick werfen, das Hartlieb,wie wir ja wissen im 'B. allerv'erb. Kunst' übersetzt hatte (s. oben S. XVI f.). Dist.V', 36erzählt die Geschichte von einem Teufel, der sich einem Ritter als Diener verdingt,Treue[\] und wunderbare Dienste leistet, schließlich aber in seinem wahren Wesenerkannt und von dem Ritter entlassen wird. Hartliebs Wiedergabe ist mehr einefreie Nacherzählung als eine direkte Übersetzung; als Ganzes wirkt sie ausgezeichnet,und es dürfte schwer sein, Leistungen von ähnlicher Schlagkraft und Lebendigkeit,wie sie hier nach der viel einfacheren Erzählung der Vorlage gegeben sind, in dergleichzeitigen Übersetzungsliteratur nachzuweisen. Man beachte die für die damaligeZeit auffallenden, fast nur aus Subjekt und Prädikat bestehenden, kurzen Haupt-sätze (Beispiel 1 und 2), die wirkungsvollen Wechselreden, die direkte Rede stattdes kühlen objektiven Berichtes, die Ausstattung mit lebendigen Einzelzügen, dieplastische Herausarbeitung des Geschehens überhaupt.

Str. Bd. I, 319: obsequium suumilli offerens . . . gratanter ab eo suscep-tus est.

S. 320: respondente milite, nun-quam homo fluvium istum in hoc locotransvadavit, spe tarnen evasionis ser-vum ducem secutus sine periculo per-venit ad litus.

Verp. Kunst. S. 10, Z. 8ff.: zu ainerzeitt begegnet dem ritter ain wolgestal-ter jüngling, der sprach zu dem ritter:'herre, begert jr meiner dienst, jch willeuch geren und triülich dienen, derritter nam jn vff.

S. 10, Z. 25ff.: der ritter sprach: 'lie-ber knecht, es was nye kain fürt durchdas wasser.' Der knecht sprach: "her,jch raitt vor", lebens not zwang, derriter volgt dem knecht. sy chamenbaid mit guter sunder alle müedurch das wasser.

II*